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Wieder mal in der Slowakei

Nachdem ich den Motorradführerschein bestanden habe, bin ich gleich von Amberg losgefahren. Durch die Oberpfalz ging es dann erstmal Richtung Tschechien zu einem alten, verlassenen deutschen Ort nahe der Grenze. Ich habe hier schon einige Male geschlafen. Ich arbeite dort noch länger an einem neuen Projekt, welches mich im Moment sehr beschäftigt. Ihr werdet es spätestens am 20.07. erfahren.

Im Schatten des Vans waren auch die Temperaturen auszuhalten, zumal eine kleine Quelle in der Nähe war. Ein Feuer machte ich dieses Mal aber nicht, da die Waldbrandgefahr doch zu hoch war. Gegen Abend entschied ich mich, noch eine alte Uranmine, die ganz in der Nähe ist, anzuschauen. Irgendwie beschlich mich auf dem Gelände ein seltsames Gefühl. Zumal: Wenn jemand Uranerz für seine Ausstellung im Wohnzimmer braucht – fragt mich gerne, ich weiß, wo es einfach so rumliegt. Den Geigerzähler habe ich wohlweisend zu Hause gelassen.

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem gemütlichen Kaffee los Richtung Osten. Solange es noch angenehm von den Temperaturen ist, kann man fahren. Es wurde ein Fahrtag, bis ich nachmittags an einem kleinen Brunnen und einem Fluss ein nettes Plätzchen fand. Das Wasser war kühl und es kamen immer Leute, die sich Wasser abfüllten. Ich machte noch einen kleinen Spaziergang und entdeckte Felsen mit einem weißen Kreuz auf der anderen Flussseite. Na, das ist ja spannend.

Zurück am Bus wusch ich noch schnell Wäsche und duschte mit dem Trinkbeutel, der jetzt leider kaputt ist – dazu später mehr. Gegen Abend kamen gegen 22 Uhr auch noch Glühwürmchen heraus. Unbeschreiblich schön anzusehen. Dieser sanfte Flug und das grüne Glühen. Glücklich ging ich ins Bett.

Am nächsten Morgen hatte ich einen schönen Platz von der Natur zum Kaffee kochen. Da war ja noch das mit den Felsen und dem Kreuz. Also mal kurz bei Mapy reingeschaut – dort findet man gerade für Tschechien usw. gute Tipps, nicht zu verwechseln mit Google Maps. Ich ging bis zur Brücke auf meiner Seite des Flusses und folgte dann einem Feldweg. Als ich nahe der Felsen war, sah ich eine Art Jugendcamp von Pfadfindern. Man grüßte sich freundlich. Danach folgte ich dem Weg, aber erstmal in die falsche Richtung. So lief ich ca. 20 Minuten in die falsche Richtung. Irgendwann ging es nicht mehr weiter, also umgedreht – und sieh da, dort ist noch ein Weg. Den hoch und nach ein paar Minuten war ich oben.

Dort war es schön. Ein Greifvogel zog seine Kreise im Tal und schraubte sich immer höher. Schön, ich genoss den Ausblick. Dann ging es über einen abenteuerlichen, fast verfallenen Weg wieder runter. Unten angekommen erfrischte ich mich erstmal im Fluss und machte meine Mütze nass für den Rückweg, der zum Glück jetzt im Schatten lag.

Zurück arbeitete ich wieder an dem Projekt, bis ich nachmittags noch Lebensmittel retten wollte, da der Laden ca. 50 km weiter in Österreich lag. Bin es am Nachmittag weiter. Die Lebensmittel waren alle noch gut. So, wo jetzt hin? war die Frage. Hier in dieser Gluthitze will ich nicht bleiben. Ich entdeckte einen Stellplatz an einer alten Burgruine. Dort fuhr ich noch hin. Der komplette Stellplatz war voll und ich stellte mich dann auf die Wiese. Ich schaute zur Burg hoch und lief das Stück hoch. Oben angekommen stellte sich heraus, dass am Abend ein Blues-Festival war. Na, nicht ganz meine Musikrichtung. Ich beobachtete da erstmal lieber den Turmfalken.

Wieder am Bus passierte nicht mehr viel, nur noch etwas lesen und irgendwann ging es bei 32 Grad nachts ins Bett. Geschlafen habe ich nicht gut.

Heute Morgen hatte ich nicht mal Lust auf heißen Kaffee. So ging es erstmal weiter. Wieder fuhr ich nur nach der Himmelsrichtung, bis ich irgendwann Kaufland sah und mir eine Flasche Eiskaffee kaufte. Dann ging es weiter. Mir kamen immer mal wieder Militärfahrzeuge entgegen, auch auf Anhängern. Ich entdeckte dann ein Militärfahrzeugtreffen, welches gestern stattgefunden hat. Und die Fahrzeuge reisen jetzt ab. Ich schaute ungefähr eine Stunde zu. Die Fahrzeuge waren aus allen Zeitaltern, größtenteils russisch, aber auch ein paar ganz spezielle Fahrzeuge fuhren weg. Im Kopf blieb mir der Hetzer und der mit der BMW mit Seitenwagen, der sogar noch das MG drauf hatte. Und ja, er hatte auch die Uniform an, die man jetzt im Kopf hat. Ich glaube, das würde in Deutschland nicht gut gehen, so über öffentliche Straßen zu fahren. Zu erkennen habe ich mich aber nicht gegeben, dass ich auch Uniform trage. Lieber bleibe ich bei solchen Sachen im Hintergrund. Das war doch mal ein angenehmes Frühstück zur Mittagszeit.

Danach ging es weiter. Ich sah, dass die Berge in der Ferne immer größer wurden. Und es ging ein Jubelschrei durchs Auto, als ich das erste Mal den Ortsnamen auf einem Straßenschild in der Region sah, in die ich wollte. Zwischendurch zeigte das Thermometer auch gut 38 Grad an. Nicht mein Wetter. Die letzten 10 km ging es dann steil nach oben. Ich hielt beim ersten Brunnen an und trank erstmal kühles Bergwasser, welches hier in einer Bushaltestelle sprudelt. Nach einigen Kilometern erreichte ich das Ziel. Bei den Parkplätzen muss man bezahlen – eigentlich kein Problem, nur dass einige hundert Meter zurück ein kostenloser Parkplatz ist. Hier stehe ich jetzt und will morgen einen Klettersteig gehen.

Als ich meinen Wasservorrat checkte, stellte ich fest, dass 5 Liter fehlten. Aus dem Kanister hängt ein kleiner Schlauch. Durch die Bewegung wirkte es wie ein Shaker und das Wasser ist rausgeflossen. Naja, nicht in den Bus, sondern zum Glück raus. Ich schnappte mir meinen Rucksack und den Trinkbeutel und lief 2 Kilometer den Berg herunter, um neues Wasser zu holen. Da weiß man wieder, wie man das schätzt, dass Wasser aus der Wand kommen kann. Zurück ging es einen anderen Weg. Schön steil durch den Wald – ich kam gut ins Schwitzen.

Zurück legte ich meinen Trinkbeutel aufs Dach und las noch was. Beim Essenmachen (Rührei mit Mozzarella) fiel mir auf, dass das Wasser aus dem Trinkbeutel fast alle war. Warum? Ich stellte ein kleines Loch im Mundstück fest und Wasser floss heraus. Ich glaube, für 30 Euro hat er mir 3 Jahre gut gedient. Jetzt ist er halt nur noch eine Dusche…

Ich werde jetzt ins Bett gehen und morgen mal schauen, wie der schwerste Klettersteig der Slowakei ist. Wenn das gut geht, ist der Plan, je nach Zeit in die Hohe Tatra zu fahren, um den Rysy und die Gerlsdorfer Spitze zu besteigen. Passen muss dafür aber auch das Wetter. Ich werde berichten, wie es weitergeht…

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