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  • Pisten-Taxi ist wieder da – manchmal kommt es anders als geplant!

    Ein technischer Totalschaden, jede Menge Ärger mit unserem Hoster und ein kompletter Neustart. Aber keine Sorge: Pisten-Taxi verschwindet nicht!

    Wer in den vergangenen Tagen unsere Webseite besucht hat, dürfte sich gewundert haben. Statt Reiseberichten, Geschichten und Bildern gab es zeitweise schlicht nichts mehr zu sehen.

    Was war passiert?

    Unsere Webseite wurde Opfer eines Sicherheitsvorfalls. Unbekannte hatten sich offenbar Zugang zum WordPress-System verschafft und unerwünschte Inhalte eingeschleust. Darunter befanden sich auch zahlreiche Spam-Beiträge mit Verweisen auf Glücksspielseiten.

    Unser Hosting-Anbieter STRATO reagierte darauf mit einer Sicherheitssperre.

    Grundsätzlich nachvollziehbar. Schließlich möchte niemand, dass seine Webseite zur digitalen Litfaßsäule für irgendwelche dubiosen Online-Casinos wird.

    Danach wurde es allerdings erst richtig unangenehm.

    Obwohl wir den gesamten Webspace einschließlich aller Dateien und Datenbanken gelöscht hatten, gestaltete sich die Kommunikation mit STRATO ausgesprochen schwierig.

    Mehrere Telefonate, widersprüchliche beziehungsweise wenig hilfreiche Auskünfte und eine zunächst ausbleibende konkrete Lösung sorgten für reichlich Frust.

    Erst nach einer direkten Beschwerde an die Geschäftsführung kam Bewegung in die Angelegenheit. Inzwischen wurde unser Hosting wieder freigeschaltet.

    Ein kompletter Neustart – aber kein Abschied

    Wir haben uns bewusst gegen die einfache Wiederherstellung der alten WordPress-Installation entschieden.

    Stattdessen wurde die Webseite vollständig neu installiert. Die bisherigen Inhalte werden aus unseren lokalen Sicherungen überprüft und anschließend schrittweise wieder eingespielt.

    Das betrifft insbesondere:

    • Unsere Reiseberichte und Geschichten
    • Bilder und Erinnerungen vergangener Touren
    • Bestehende Beiträge und Informationen
    • Das gewohnte Erscheinungsbild von Pisten-Taxi

    Da wir sicherstellen möchten, dass keine manipulierten Dateien oder Inhalte zurückkehren, wird die Wiederherstellung etwas Zeit benötigen.

    Es kann deshalb vorkommen, dass einzelne Beiträge, Bilder oder Unterseiten vorübergehend fehlen.

    Es geht weiter!

    Pisten-Taxi war nie nur eine Sammlung von Webseiten und Dateien. Dahinter stecken Erlebnisse, Erinnerungen, Kilometer auf der Straße und jede Menge Geschichten.

    Und die lassen wir uns ganz bestimmt nicht von ein paar Casino-Spammern kaputtmachen.

    In den nächsten Tagen und Wochen werden die bisherigen Inhalte Stück für Stück zurückkehren.

    Vielen Dank für eure Geduld und dafür, dass ihr wieder vorbeischaut.

    Wir sehen uns auf der Straße!

    Euer Pisten-Taxi

    P. S.: Der nächste ungeplante Umweg darf gerne wieder auf einer echten Straße stattfinden – und nicht durch die Support-Abteilungen eines Hosting-Anbieters.

  • Push me to my limit

    Am Morgen ging es zunächst weitere 200 Höhenmeter nach oben. Am Parkplatz konnte man am Automaten per Karte auch ein Ticket für die Klettersteige kaufen. Ich glaube zwar nicht, dass mich während des Kletterns jemand kontrolliert hätte, aber man weiß ja nie.

    Den Vormittag verbrachte ich damit, auf einer Seite des Berges immer wieder verschiedene Klettersteige hoch- und runterzugehen. Am Ende wurde die Luft schon ziemlich dünn. Ich spürte Knochen, Muskeln – eigentlich alles.

    Auf dem Weg zur anderen Seite des Berges kam ich an einem geöffneten Restaurant vorbei. Perfekt für eine kleine Zwischenmahlzeit. Danach ging es zunächst entspannt weiter. Es war nicht wirklich fordernd. Zum Abschluss warteten allerdings die beiden schwersten Klettersteige. Ich probierte beide an, musste mir aber selbst eingestehen, dass das Risiko heute einfach zu hoch war. Also brach ich den Versuch ab. Ich gehe zwar gerne mal ein Risiko ein, aber nicht um jeden Preis – zumal ich keine Lust habe, von der Bergrettung heruntergeholt zu werden. Davon gibt es im Moment ohnehin schon genug Berichte.

    Den Nachmittag verbrachte ich am Van. Körperlich und mental war ich einfach fertig. Die Nacht war angenehm kühl und ich schlief richtig gut. Zwischendurch landeten immer wieder Schmetterlinge auf meinem Körper.

    Am nächsten Morgen überlegte ich, wohin es als Nächstes gehen sollte. Vor einigen Jahren war ich auf der Durchreise nach Rumänien schon einmal auf einem Campingplatz gewesen. Genau dort lag nun mein nächstes Ziel. Damals hatten mir die Berge dort so gut gefallen, dass ich gerne länger geblieben wäre. Dieses Mal war das möglich. Leider hatte das Restaurant geschlossen, aber es gibt Schlimmeres.

    Ich nutzte den Aufenthalt, um aufzuräumen und den Abwasch zu machen. Dabei kam ich mit einem Pärchen aus der Schweiz ins Gespräch. Nachdem alles erledigt war, setzte ich mich mit einem Bier zu ihnen und wir unterhielten uns den ganzen Abend. Auch hier gab es wieder Glühwürmchen.

    Am nächsten Morgen war ich sehr früh wach und entschloss mich, mein Frühstück auf einem Gipfel einzunehmen. Also ging es bereits um 5:30 Uhr los. Acht Kilometer bergauf mit etwa 400 Höhenmetern und zum Schluss noch einmal rund 50 Höhenmeter bis zum Gipfel. Dieses Gefühl dort oben war einfach unbeschreiblich.

    Zurück ging es über einen anderen Weg. Während einer kleinen Pause beschlossen erneut einige Schmetterlinge, dass ich wohl eine gute Landefläche sei.

    Am Van angekommen war ich erst einmal völlig erledigt. Es war inzwischen auch wieder sehr warm und schwül. Gegen 13:30 Uhr zogen dann kräftige Gewitter auf. Es schüttete und donnerte ordentlich. Trotzdem ging ich noch kurz zum Coop einkaufen. Den Rest des Tages verbrachte ich leider am Laptop und spielte mit einer Domain herum, die ich schon länger besitze. Den Link findet ihr am Ende des Textes – jetzt würde das nur zu sehr ablenken.

    Auf der Karte entdeckte ich noch etwas Interessantes: den Durchbruch eines Flusses durch Kalksteinfelsen. Also fuhr ich am nächsten Morgen dorthin. Wirklich beeindruckend. Etwas weiter das Tal hinauf gab es außerdem eine Art Höhle. Leider durfte man sie nicht betreten, da das gesamte Gebiet unter Naturschutz steht.

    Gut – was nun?

    Ich hatte noch einige Ziele in Google Maps und auf Papier gespeichert und entschied mich für eine kleine Therme weiter südlich. Ich fuhr hin, ging auch baden, aber irgendwie wirkte das Ganze eher wie ein Hippie-Camp. Nicht ganz mein Fall.

    Also weiter zur nächsten heißen Quelle. Dort durfte man allerdings nicht übernachten. Da ich inzwischen ohnehin auf einem kleinen Quellen-Trip war, entschied ich mich, wieder Richtung Norden nach Liptovský Ján zu fahren. Unterwegs überquerte ich noch den höchsten Pass der Slowakei.

    Dann kam eine Umleitung, weil eine Brücke saniert wurde. Die führte über die Autobahn. Also war es Zeit, endlich die Maut zu buchen. Das ging komplett online und ich entschied mich für zehn Tage. Irgendwann muss ich ja auch wieder zurück.

    In Liptovský Ján angekommen parkte ich diesmal auf einem großen Parkplatz. Daneben wurde gerade ein Kinderfest aufgebaut. Also war klar, dass ich dort nicht allzu lange bleiben würde. Nach Sonnenuntergang ging ich noch einmal zum Thermalbad. Es stand übrigens auch auf meiner Liste für Silvester. Zum Glück hatte ich mich damals anders entschieden.

    Ich schlief wieder gut und fuhr am nächsten Morgen zu einer weiteren Quelle, die gerade touristisch ausgebaut wurde. Interessant war sie trotzdem.

    Zwischendurch meldete sich langsam mein Fuß – genau der, den ich mir letztes Jahr gebrochen hatte. Also hieß es: etwas Tempo rausnehmen. Weniger wandern, weniger klettern.

    Ich fuhr noch um den Stausee und suchte nach einem schönen Übernachtungsplatz, fand aber nichts Passendes. Also ging es weiter Richtung Tatra. Die Bergstraßen waren wunderschön und ehe ich mich versah, war ich mitten im Touristen-Hotspot gelandet.

    Ich fuhr bis in einen Ort mitten in den Bergen. Dort waren mir allerdings einfach zu viele Menschen. Also suchte ich einen Campingplatz. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag mit Zug und Seilbahn hinauf in die Berge. Doch die Preise und die Menschenmassen ließen mich schnell umdenken.

    Auf dem Campingplatz ging es zu wie auf einem Festival. Jeder stellte sich kreuz und quer hin, alles war eng und voll. Was mir besonders auffiel: Hier kam man überhaupt nicht ins Gespräch. Selbst als ich morgens zur Entsorgungsstation fuhr und dort zwei deutsche Fahrzeuge standen, wurde mein freundliches „Hallo“ konsequent ignoriert. Stattdessen wurde schnell aufs Handy geschaut, als hätte man nichts gehört.

    Seltsam. So schlimm sehe ich nun wirklich nicht aus, oder?

    Also stand fest: In dieser Gegend bleibe ich nicht.

    Ich suchte mir einen Geysir heraus, der mich interessierte. Auf dem Weg dorthin kam ich das erste Mal durch Roma-Siedlungen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich es anders beschreiben soll.

    Leider stellte sich heraus, dass der Geysir wegen Bauarbeiten außer Betrieb war. Schade. Die Gegend war trotzdem interessant.

    Ich fuhr weiter Richtung Grenze zu Polen und der Ukraine. Je näher ich kam, desto häufiger wurden die Ortsschilder zweisprachig.

    Während der Fahrt überlegte ich lange, ob ich doch noch in die Ukraine fahren sollte. Dort gäbe es unglaublich viele interessante Dinge zu sehen. Nur als Beispiel: Fast direkt auf meinem Weg liegt ein Meteorkrater. Wäre ich nicht bei der Bundeswehr, wäre ich das Risiko wahrscheinlich eingegangen. Aber so muss die Ukraine wohl noch etwas länger auf meinen Besuch warten.

    Im nächsten Ort wurde gerade eine Veranstaltung aufgebaut: das 1000 Miles Adventure. Am nächsten Tag sollte dort der Start stattfinden. Dementsprechend voll war auch der kleine Campingplatz. Kaum jemand sprach Deutsch oder Englisch. Wirklich übergesprungen ist der Funke zu den Radfahrern nicht. Trotzdem saßen wir gemeinsam am Lagerfeuer, tranken Bier, das man selbst zapfen konnte, und jemand spielte Gitarre. Es war ein sehr angenehmer Abend.

    Am nächsten Morgen war mein Fuß allerdings immer noch nicht wirklich besser. Also fiel das Wandern erneut aus. Ich schaute mir stattdessen den Start der Veranstaltung und den Ort an.

    Interessant fand ich einen kleinen Naturlehrpfad am Fluss, der mit EU-Geldern für rund zwei Millionen Euro gebaut wurde. Wahrscheinlich verschwindet er beim nächsten Hochwasser wieder.

    Zurück am Van beschäftigte ich mich weiter mit meiner Domain.

    Abends kam eine Gruppe Motorradfahrer auf den Campingplatz. Ich setzte mich dazu. Zwei von ihnen sprachen Englisch und wir verstanden uns alle erstaunlich gut. Es wurde ein richtig gelungener Abend mit viel Bier, leckerem Schnaps, Brot, Wurst, Speck und natürlich wieder Gitarrenmusik am Lagerfeuer.

    Definitiv mein Highlight der letzten Tage.

    Später kam noch ein Pärchen aus Deutschland und Israel dazu. Zwischendurch begann es zu regnen und wir verzogen uns unter einen Unterstand. Man konnte den Leuten ansehen, wie sehr sie diesen Abend genossen.

    Die Nächte wurden inzwischen wieder angenehm kühl – etwa zwölf Grad.

    Am nächsten Morgen hatte ich mal wieder Lust auf Kaffee aus der Perkolatorkanne. Nachdem ich die Motorradfahrer verabschiedet und ihre Abfahrt beobachtet hatte, machte auch ich mich wieder auf den Weg.

    Wandern war immer noch keine gute Idee. Natürlich könnte ich mich darüber ärgern, aber das bringt am Ende auch nichts.

    Als nächstes Ziel suchte ich mir Mofetten in Polen aus. Das sind Stellen, an denen Kohlendioxid aus dem Boden austritt. Manchmal sterben dort sogar Tiere, weil sich das Gas sammelt. Solche Orte zeigen oft Verbindungen zur Erdkruste und liegen häufig in ehemaligen Vulkangebieten. Eigentlich hätten mich auch die Schlammvulkane in der Ukraine interessiert. Aber die Drohnen am Himmel machten ziemlich deutlich: Im Moment ist nicht die richtige Zeit dafür.

    An der ersten Mofette angekommen stellte ich fest, dass direkt daneben ein Coca-Cola-Werk steht. Dort wird Wasser abgefüllt und in ganz Polen verkauft. Von mir aus kann man das gerne irgendwo anders machen – aber ausgerechnet hier? Nein, danke.

    Die Mofetten selbst lagen eingezäunt in einer Art Ferienpark und konnten nur zwischen 11 und 15 Uhr nach Anmeldung besichtigt werden. Meine Uhr zeigte bereits 15:45 Uhr.

    Also weiter zur nächsten.

    Dort wurde allerdings gerade groß gebaut.

    Na toll. Und jetzt?

    Irgendwo musste ich schließlich auch schlafen. Ich schaute aufs Navi und stellte fest, dass der Ort, an dem ich Silvester gewesen war, nur anderthalb Stunden entfernt lag. Vielleicht würde das warme Wasser meinem Fuß guttun.

    Also fuhr ich dorthin. Die nächsten zwei Nächte ging ich mehrfach baden und trank heute Morgen sogar meinen Kaffee direkt in der warmen Quelle. Auch hier schwirrten abends wieder Glühwürmchen herum. Sie vom warmen Wasser aus zu beobachten, war einfach großartig.

    Langsam muss ich allerdings wieder Richtung Heimat.

    Heute Morgen bin ich noch einmal zu dem gleichen Ziel wie an Silvester gefahren und stehe jetzt gerade in einem Vulkan in Polen. Vielleicht mache ich später noch ein Feuer und schaue, ob ich ein paar Amethyste finde.

    Morgen geht es noch kurz nach Jelenia Góra, ein paar Dinge besorgen, und danach zurück nach Hause.

    Ich hatte ja weiter oben geschrieben, dass ich meine Domain endlich mit Leben gefüllt habe. Ihr findet sie unter www.wsdr.info. Ich besitze sie inzwischen seit gut zwei Jahren. Jetzt entsteht dort endlich etwas.

    Ich melde mich hier wieder, sobald ich zu Hause angekommen bin.

  • Wieder mal in der Slowakei

    Nachdem ich den Motorradführerschein bestanden habe, bin ich gleich von Amberg losgefahren. Durch die Oberpfalz ging es dann erstmal Richtung Tschechien zu einem alten, verlassenen deutschen Ort nahe der Grenze. Ich habe hier schon einige Male geschlafen. Ich arbeite dort noch länger an einem neuen Projekt, welches mich im Moment sehr beschäftigt. Ihr werdet es spätestens am 20.07. erfahren.

    Im Schatten des Vans waren auch die Temperaturen auszuhalten, zumal eine kleine Quelle in der Nähe war. Ein Feuer machte ich dieses Mal aber nicht, da die Waldbrandgefahr doch zu hoch war. Gegen Abend entschied ich mich, noch eine alte Uranmine, die ganz in der Nähe ist, anzuschauen. Irgendwie beschlich mich auf dem Gelände ein seltsames Gefühl. Zumal: Wenn jemand Uranerz für seine Ausstellung im Wohnzimmer braucht – fragt mich gerne, ich weiß, wo es einfach so rumliegt. Den Geigerzähler habe ich wohlweisend zu Hause gelassen.

    Am nächsten Morgen ging es dann nach einem gemütlichen Kaffee los Richtung Osten. Solange es noch angenehm von den Temperaturen ist, kann man fahren. Es wurde ein Fahrtag, bis ich nachmittags an einem kleinen Brunnen und einem Fluss ein nettes Plätzchen fand. Das Wasser war kühl und es kamen immer Leute, die sich Wasser abfüllten. Ich machte noch einen kleinen Spaziergang und entdeckte Felsen mit einem weißen Kreuz auf der anderen Flussseite. Na, das ist ja spannend.

    Zurück am Bus wusch ich noch schnell Wäsche und duschte mit dem Trinkbeutel, der jetzt leider kaputt ist – dazu später mehr. Gegen Abend kamen gegen 22 Uhr auch noch Glühwürmchen heraus. Unbeschreiblich schön anzusehen. Dieser sanfte Flug und das grüne Glühen. Glücklich ging ich ins Bett.

    Am nächsten Morgen hatte ich einen schönen Platz von der Natur zum Kaffee kochen. Da war ja noch das mit den Felsen und dem Kreuz. Also mal kurz bei Mapy reingeschaut – dort findet man gerade für Tschechien usw. gute Tipps, nicht zu verwechseln mit Google Maps. Ich ging bis zur Brücke auf meiner Seite des Flusses und folgte dann einem Feldweg. Als ich nahe der Felsen war, sah ich eine Art Jugendcamp von Pfadfindern. Man grüßte sich freundlich. Danach folgte ich dem Weg, aber erstmal in die falsche Richtung. So lief ich ca. 20 Minuten in die falsche Richtung. Irgendwann ging es nicht mehr weiter, also umgedreht – und sieh da, dort ist noch ein Weg. Den hoch und nach ein paar Minuten war ich oben.

    Dort war es schön. Ein Greifvogel zog seine Kreise im Tal und schraubte sich immer höher. Schön, ich genoss den Ausblick. Dann ging es über einen abenteuerlichen, fast verfallenen Weg wieder runter. Unten angekommen erfrischte ich mich erstmal im Fluss und machte meine Mütze nass für den Rückweg, der zum Glück jetzt im Schatten lag.

    Zurück arbeitete ich wieder an dem Projekt, bis ich nachmittags noch Lebensmittel retten wollte, da der Laden ca. 50 km weiter in Österreich lag. Bin es am Nachmittag weiter. Die Lebensmittel waren alle noch gut. So, wo jetzt hin? war die Frage. Hier in dieser Gluthitze will ich nicht bleiben. Ich entdeckte einen Stellplatz an einer alten Burgruine. Dort fuhr ich noch hin. Der komplette Stellplatz war voll und ich stellte mich dann auf die Wiese. Ich schaute zur Burg hoch und lief das Stück hoch. Oben angekommen stellte sich heraus, dass am Abend ein Blues-Festival war. Na, nicht ganz meine Musikrichtung. Ich beobachtete da erstmal lieber den Turmfalken.

    Wieder am Bus passierte nicht mehr viel, nur noch etwas lesen und irgendwann ging es bei 32 Grad nachts ins Bett. Geschlafen habe ich nicht gut.

    Heute Morgen hatte ich nicht mal Lust auf heißen Kaffee. So ging es erstmal weiter. Wieder fuhr ich nur nach der Himmelsrichtung, bis ich irgendwann Kaufland sah und mir eine Flasche Eiskaffee kaufte. Dann ging es weiter. Mir kamen immer mal wieder Militärfahrzeuge entgegen, auch auf Anhängern. Ich entdeckte dann ein Militärfahrzeugtreffen, welches gestern stattgefunden hat. Und die Fahrzeuge reisen jetzt ab. Ich schaute ungefähr eine Stunde zu. Die Fahrzeuge waren aus allen Zeitaltern, größtenteils russisch, aber auch ein paar ganz spezielle Fahrzeuge fuhren weg. Im Kopf blieb mir der Hetzer und der mit der BMW mit Seitenwagen, der sogar noch das MG drauf hatte. Und ja, er hatte auch die Uniform an, die man jetzt im Kopf hat. Ich glaube, das würde in Deutschland nicht gut gehen, so über öffentliche Straßen zu fahren. Zu erkennen habe ich mich aber nicht gegeben, dass ich auch Uniform trage. Lieber bleibe ich bei solchen Sachen im Hintergrund. Das war doch mal ein angenehmes Frühstück zur Mittagszeit.

    Danach ging es weiter. Ich sah, dass die Berge in der Ferne immer größer wurden. Und es ging ein Jubelschrei durchs Auto, als ich das erste Mal den Ortsnamen auf einem Straßenschild in der Region sah, in die ich wollte. Zwischendurch zeigte das Thermometer auch gut 38 Grad an. Nicht mein Wetter. Die letzten 10 km ging es dann steil nach oben. Ich hielt beim ersten Brunnen an und trank erstmal kühles Bergwasser, welches hier in einer Bushaltestelle sprudelt. Nach einigen Kilometern erreichte ich das Ziel. Bei den Parkplätzen muss man bezahlen – eigentlich kein Problem, nur dass einige hundert Meter zurück ein kostenloser Parkplatz ist. Hier stehe ich jetzt und will morgen einen Klettersteig gehen.

    Als ich meinen Wasservorrat checkte, stellte ich fest, dass 5 Liter fehlten. Aus dem Kanister hängt ein kleiner Schlauch. Durch die Bewegung wirkte es wie ein Shaker und das Wasser ist rausgeflossen. Naja, nicht in den Bus, sondern zum Glück raus. Ich schnappte mir meinen Rucksack und den Trinkbeutel und lief 2 Kilometer den Berg herunter, um neues Wasser zu holen. Da weiß man wieder, wie man das schätzt, dass Wasser aus der Wand kommen kann. Zurück ging es einen anderen Weg. Schön steil durch den Wald – ich kam gut ins Schwitzen.

    Zurück legte ich meinen Trinkbeutel aufs Dach und las noch was. Beim Essenmachen (Rührei mit Mozzarella) fiel mir auf, dass das Wasser aus dem Trinkbeutel fast alle war. Warum? Ich stellte ein kleines Loch im Mundstück fest und Wasser floss heraus. Ich glaube, für 30 Euro hat er mir 3 Jahre gut gedient. Jetzt ist er halt nur noch eine Dusche…

    Ich werde jetzt ins Bett gehen und morgen mal schauen, wie der schwerste Klettersteig der Slowakei ist. Wenn das gut geht, ist der Plan, je nach Zeit in die Hohe Tatra zu fahren, um den Rysy und die Gerlsdorfer Spitze zu besteigen. Passen muss dafür aber auch das Wetter. Ich werde berichten, wie es weitergeht…

  • Warum die Honda Africa Twin mit DCT für mich das perfekte Motorrad sein könnte

    Moin zusammen,

    wer hier öfter mitliest, kennt das: Ich bin viel mit dem Vito unterwegs, mal mit Kajak auf dem Dach, mal zu Fuß in der Pampa und immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Lange habe ich überlegt, was für ein Motorrad eigentlich zu pisten-taxi passen würde. Und ja – ich bin ziemlich sicher: Die Honda Africa Twin mit DCT wäre genau mein Ding.

    Keine steife Werbetexterei, einfach meine ehrliche Meinung.

    Warum gerade die Africa Twin mit DCT?

    Erstens: Zuverlässigkeit. Honda eben. Der Motor (1084er Parallel-Twin) ist torquig, läuft butterweich und säuft nicht die Welt. Egal ob lange Autobahnetappen, Schotterpisten oder mal richtig offroad – die Kiste macht einfach. Genau wie der Vito: Einmal los und dann läuft’s. Kein Bock auf teure Überraschungen irgendwo im Nirgendwo.

    Zweitens: Das DCT-Getriebe. Viele sagen „Automatik im Motorrad? Niemals!“ Ich sehe das anders. Gerade bei meinen Touren – mal stehen am Berg, mal mit Gepäck, mal stundenlang im Verkehr oder auf losem Untergrund – wäre das DCT perfekt. Kein ständiges Kuppeln, kein Gedanke ans Schalten, einfach Gas geben und genießen. Im Offroad-Modus soll es auch super funktionieren. Passt zu mir, weil ich mehr Bock auf die Landschaft und das Abenteuer habe als auf Kupplungsakrobatik.

    Drittens: Alleskönner.

    • Auf der Straße und bei langen Touren ist sie bequem, windschnittig und nicht zu anstrengend.
    • Offroad fühlt sie sich an wie ein großes Trailbike – hoch genug, aber nicht zu unhandlich.
    • Mit Elektronik (Ride-Modes, Kurven-ABS etc.) und optionaler elektronischer Federung kann man sie genau auf den Einsatz abstimmen.

    Und Gepäck? Mit Koffern, Tankrucksack und Sturzbügeln wird sie zum rollenden Basislager. Genau wie beim Vito.

    Warum ich das hier schreibe

    Ich finde einfach, die Africa Twin würde super zu den Touren hier auf pisten-taxi passen. Ob mit dem Bike allein oder als Ergänzung zum Vito – das Ding schreit nach echten Abenteuern.

    An Honda: Hey, wenn ihr das lest – ich würde die Twin mit DCT total gerne mal richtig testen und hier auf dem Blog zeigen, wie sie sich auf meinen Touren schlägt. Wäre cool, wenn wir ins Gespräch kommen!

    An die Zubehör-Hersteller (Touratech, Hepco & Becker und Co.): Wer Lust hat, seine Teile auf einem echten Reise-Bike im Alltag zu sehen – meldet euch. Ich baue das Teil auf und berichte ehrlich darüber.

    Was denkt ihr? Fährt jemand von euch schon mit DCT? Oder seid ihr Team manuell? Schreibt mir gerne in die Kommentare, ich bin gespannt!

    Bleibt unterwegs und passt auf euch auf

  • Warum ist es im Moment so ruhig?


    Es folgt eine kleine Erklärung, warum es dieses Jahr bisher sehr ruhig auf der Website ist.

    Nachdem ich nach Silvester wieder zurück war, ging irgendwann der normale Alltag weiter. Seit April letzten Jahres befinde ich mich allerdings in einer ganz neuen Lebenssituation: Ich habe meine alte Firma verlassen und fahre nicht mehr für den ADAC. Stattdessen bin ich jetzt bei der Bundeswehr und absolviere eine Ausbildung zum Fahrlehrer. Das ist der Beruf, den ich in den nächsten Jahren ausüben möchte.

    Mit dieser Ausbildung hängt natürlich einiges zusammen. Zuerst musste ich (bis auf den Bus-Führerschein) alle Führerscheine noch einmal bei der Bundeswehr machen – dazu kommt natürlich die militärische Grundausbildung.

    Deshalb war ich letztes Jahr:

    • im April 3 Monate in Hannover
    • im September 2 Wochen nochmal dort
    • danach in Leipzig (Lkw-Schein)
    • anschließend in Hammelburg (gepanzerte Fahrzeuge)
    • bis Mai 3 Monate in Schleswig-Holstein für den Feldwebel-/Unteroffizier-Lehrgang (von dort aus bin ich auch das ein oder andere Mal nach Dänemark gefahren)

    Und aktuell bin ich in Bayern und mache den Motorradführerschein. Ja, wirklich! Ein Traum-Motorrad habe ich mir auch schon ausgesucht: eine Honda Africa Twin mit Automatikgetriebe, damit ich mich richtig aufs Fahren konzentrieren kann.

    Durch all die Lehrgänge (die definitiv keine Kaffeefahrten sind) muss ich sehr viel lernen und Prüfungen schreiben. Das frisst eine Menge Zeit. Auch wenn ich zwischendurch unterwegs bin – wie dieses Wochenende gerade in Tschechien –, steht das Lernen meist im Vordergrund.

    Es stehen noch einige Lehrgänge an, unter anderem einmal in Feldkirchen und ein längerer bei Bremen. Das Ziel ist, dass ich 2028 fertig ausgebildet bin und dann an meinem festen Standort in Potsdam bleibe.

    Bis dahin werde ich euch aber weiterhin berichten, wo ich gerade bin und was ich so entdecke – wie vorgestern, als ich zum ersten Mal am Mittelpunkt Europas war.

    Bilder Folgen im laufe der Woche.

  • Warriors of the World

    Warriors of the World

    Ich hatte ja letztens geschrieben, dass ich etwas länger wegen Lehrgängen nicht reisen kann. Naja, so ganz stimmt das ja nicht. Selbst bei einem Lehrgang kann man das Beste daraus machen und die Zeit an einem anderen Ort wunderbar nutzen.

    Am 25.01. ging es das erste Mal nach Franken (Bayern). Ich weiß, die Franken hören es nicht gerne, dass sie Bayern sind. Die erste Woche war durch ergiebigen Schneefall geprägt, sodass ich Erkundungen der Gegend erst einmal hinten angestellt habe, da mein Basecamp im Moment auf einem Berg liegt. Also nutzte ich die Tage im Simulator und lernte abends etwas. Viele Sachen waren mir aus den letzten Jahren bekannt. Ich gehe jetzt nicht näher auf das ein, was ich hier mache.

    Irgendwann waren dann die Straßen geräumt und ich fuhr das erste Mal runter, kaufte ein paar Lebensmittel ein und verbrachte die Woche bis Freitag nachmittags weiterhin auf dem Berg. Freitag trieb es mich dann endlich mal Richtung Schweinfurt, aber wirklich überspringen wollte der Funke nicht. Okay, dann zurück – hier habe ich ein Bett und einen Wasserkocher. Klar, ich könnte auch das Taxi nutzen, aber irgendwie war mir nicht danach.

    Am Samstag nutzte ich den wärmeren Tag, um endlich mal wieder einen kleinen Klettersteig zu gehen, der nur 20 Minuten von hier entfernt war. Der Zustieg war anstrengender und rutschiger als der eigentliche Steig.

    Oben angekommen sah ich noch einen Mann, der mir vorher schon aufgefallen war. So wusste ich, ich bin nicht der Einzige mit solchen Ideen. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile und ich ging anschließend noch zu einer Grotte namens Lourdes, die ein Soldat dort errichtete, nachdem er Mitte der 50er-Jahre bei der Soldatenwallfahrt mitgemacht hatte. Da ich letzte Woche erst ein Gespräch darüber hatte, bei dem jemand vor einigen Jahren dort war, war ich natürlich sehr daran interessiert. Vielleicht soll das ein Zeichen sein?

    Danach ging es durch die Weinberge zurück zur Hütte, wo ich noch ein Wasser trank, mich nett unterhielt und einen Tipp fürs Abendessen bekam. Leider hatte das Restaurant keine freien Plätze. Ich schlenderte noch etwas durch den Ort und fuhr dann zurück zum Basecamp. Vorher holte ich mir noch etwas Grünes zum Essen. Dann fiel ich ziemlich erschöpft ins Bett.

    Den Sonntag nutzte ich, um das Taxi auszuräumen und Sachen neu zu ordnen. Ja, das kam in den letzten Wochen etwas zu kurz. Ich nutzte den freien Parkplatz und räumte wirklich alles aus. Jetzt ist er wieder so eingerichtet, dass ich das Bett jederzeit nutzen kann und weiß, wo was ist.

    Dann kam mir der Gedanke: Ich muss etwas ändern. Ich kann nicht jeden Nachmittag nach 16 Uhr nur hier rumsitzen. Ich hatte mir bei Google Maps vorher schon einige Sachen in der Nähe rausgesucht, die für mich interessant sind. Der Plan ist jetzt, jeden Tag bis zum Sonnenuntergang etwas anzuschauen und zu machen.

    Montag
    Ging es dann also um 16 Uhr los. Als erstes Ziel suchte ich mir die Strecke 46 heraus. Es ist eine Autobahn von 70 km Länge, die nie fertiggestellt wurde. Später baute man parallel die Autobahn A7. Ich zitiere mal die Seite strecke46.de:

    „Erklärtes Ziel der Streckenplanung war es, dem Autofahrer ein Erleben und Genießen der ‚Schönheiten der deutschen Landschaft‘ zu ermöglichen. Aussichten auf die Burgruine Homburg, den Spessart und die Rhön waren daher wichtiger als eine direkte Streckenführung. Auf Rastanlagen sollte der Reisende in ansprechender Umgebung verweilen können.“

    Das wäre ja eigentlich auch etwas für mich. Warum immer nur stur von Start zum Ziel? Ich mag es ja auch, unterwegs Sachen zu sehen. Auf jeden Fall nutzte ich die Zeit, um mir einige Bauwerke anzusehen.

    Dienstag
    Während der Fahrt heute wurde ich auf eine Burg aufmerksam gemacht. Ich schaute mir dann die Webseite an und stellte fest, dass sie leider bis Mai geschlossen war – also wurde das heute nicht mein Ziel. Aber auf der anderen Seite des Truppenübungsplatzes, das war interessant. Okay, es schneite zwar schon wieder, aber das sollte mich nicht zu sehr stören, nachdem die Winterreifen ja jetzt neu sind.

    Da über den Platz zu fahren keine Option war, ging es für mich außen herum. Das letzte Stück Straße ging es wieder einmal schön bergauf. Ich war auf dem Parkplatz komplett alleine. Ich würde hier auch über Nacht mit dem Taxi stehen, da ich aber um 06:45 Uhr wieder komplett fit auf dem Lehrgang sein muss, ist das leider keine Option.

    Zuerst sah ich mir die Streckenführung der Strecke 46 an, die so lag, dass die Burg schön zu sehen gewesen wäre. Dann ging ich die paar hundert Meter in die Burganlage. Fast alles war offen und erinnerte mich sehr an Orval in Belgien – einen Ort mit angenehmer Stimmung. Ich trieb mich bis nach dem Sonnenuntergang in der Burg herum und fand viele interessante Details. Ab und zu lichtete sich auch der Schneefall und man hatte schöne Ausblicke auf die Umgebung.

    Ich stellte dann noch fest, dass die Band Feuerschwanz ihr Musikvideo zu dem gecoverten Lied von Manowar „Warriors of the World“ hier aufgenommen hat. Na, wenn das nicht passend ist – an einem Ort, an dem Soldaten aus aller Welt trainieren.

    Als es dunkel war, fuhr ich zurück. Dabei ging mir durch den Kopf, dass die Gegend ein bisschen an Teile der Slowakei erinnert. Dann besorgte ich mir noch einen großen Salat und jetzt habe ich den Bericht geschrieben. Morgen geht’s wieder früh weiter.

    Ich weiß, dass ich irgendwie anders schreibe als im Urlaub, aber ich hoffe, es gefällt trotzdem. Ab jetzt gibt es wieder öfter Updates. Ich halte euch auf dem Laufenden.

  • Schnee im Gepäck

    Schnee im Gepäck

    Morgens wachte ich auf und wollte ja im Vulkan frühstücken. Auf dem Weg dorthin lag noch ein Biedronka. Jetzt habe ich einen zweiten Pfeifkessel, der auf den Spirituskocher passt, und einen kleinen Wasserkocher für unterwegs. Danach sollte es eigentlich auf den Parkplatz im Vulkan gehen – leider stand ich beim ersten Parkplatz vor verschlossenen Toren. Also ab zu dem, den ich gestern Abend ansteuern wollte.

    Ich kam bis zur Einfahrt, danach ging es noch einmal steil bergauf und oben lagen zwei wirklich große Steine. Ich versuchte mein Glück und rutschte rückwärts wieder hinunter. Es fühlt sich so seltsam an, nicht zu bremsen, damit ich lenken kann. Ärgerlich, aber jetzt nicht zu ändern. Mit Schwung erreiche ich hier nichts außer einem kaputten Auto und einer Menge Kopfschmerzen.

    Okay, ich hatte ja noch mehr herausgesucht, was mich hier im Land der Vulkane interessiert. Nur ein paar Mal abgebogen und ich war am Ziel. Seht selbst:





    Zuerst machte ich ein kleines Frühstück und probierte aus, ob der Wechselrichter im Bus stark genug ist, 2200 W abzugeben und damit im Notfall den Wasserkocher zu betreiben. Ja, er ist es – wenn die Sonne scheint oder der Motor läuft. Gut zu wissen.

    Danach schnappte ich mir den Rucksack und zog los. Darin war nur etwas zu trinken und zur Sicherheit die Steigeisen. Der Weg war eigentlich einfach, nur der Wind störte – er wehte in Sturmstärke, fühlte sich mit der Kälte etwa wie –20 °C an. Im Wald kam mir dann ein Pärchen entgegen und wir unterhielten uns kurz auf Englisch. Er sagte mir noch: „Seien Sie vorsichtig, es ist auf dem Weg zum Gipfel ziemlich glatt.“

    Als ich an das kleine Geröllfeld kam, legte ich die Steigeisen an. Vielleicht etwas Overkill, aber sicher ist sicher, zumal mein Knie noch nicht ganz fit ist. Etwas weiter waren Stufen in den Stein gehauen. Mir fiel auf, dass nur Abdrücke von Turnschuhen zu sehen waren – klar, damit ist es verdammt glatt.

    Diesmal waren es nur 250 Höhenmeter und es ging schon besser. Ich musste nicht einmal anhalten. Ich werde wohl langsam wieder richtig fit. Oben angekommen genoss ich die Aussicht, trank noch einen Kaffee, schoss ein paar Fotos und dann ging es wieder runter. Nicht lange, und ich war unten.

    Was nun? Ich muss langsam nach Norden. Inzwischen waren die Straßen fast perfekt geräumt. Ich versuchte noch, ein Museum zu besichtigen, aber das hatte leider geschlossen. Auf dem Weg nach Legnica war der Schnee dann komplett weg. Durch die Stadt ging es zuerst vorbei am Kupferwerk und dann durch die doch ganz ansehnliche Innenstadt. Danach ging es mal wieder auf die S3 – eine wunderbar ausgebaute Autobahn, auf der man entspannt fahren kann, nicht wie hier sonst.

    Ungefähr auf Höhe Lubin setzte dann wieder Schneefall ein. Noch war das Fahren angenehm. Unschön wurde es in Zielona Góra, wo ich dann die Autobahn verließ. Ich konnte das Wetter und die Straßenverhältnisse nicht richtig einschätzen. Ich tankte noch und fuhr über Landstraßen weiter Richtung Frankfurt (Oder). Ich wusste, ich muss weiter runter, die Temperaturen lagen so um 0 °C. Aber der Winterdienst war ständig unterwegs und streute ohne Ende. Ich dachte, dass die Oder hier vielleicht eine natürliche Wettergrenze ist – und so war es auch. Sobald ich über sie gefahren bin, wurde es besser.

    Ich fuhr und fuhr. Irgendwann sah ich einen Parkplatz – okay, das wird mein Ziel für heute. Hier bleibe ich. Nachdem ich etwas gegessen hatte, war dann auch schnell Nachtruhe. Solche Tage schlauchen, auch wenn sie schön sind.

    Nachts hörte ich dann noch Fahrzeuge vom Winterdienst. Heute Morgen war dann wieder einmal alles weiß – diesmal nur 2 cm. Okay, das geht ja noch. Nur war unter dem Schnee natürlich Eis, also nicht so angenehm. Zuerst machte ich ein kleines Frühstück, dann versuchte ich, den kleinen Hügel zur geräumten Straße hochzukommen. Keine Chance. Die Räder drehten durch. Langsam nerven diese Reifen.

    Ich versuchte es mehrmals. Vorwärts, rückwärts. Am Ende zog ich zum ersten Mal auf dieser Reise die Schneeketten auf – und damit war die Straße ganz einfach zu erreichen. In der nächsten Bushaltestelle, die 100 m weiter war, machte ich sie wieder ab. Überraschenderweise war ich nach nur 15 Minuten schon in Słubice. Dort gab es noch einmal einen Kaffee – den konnte ich gut gebrauchen.

    Mich erreichten schon Nachrichten aus Berlin, dass es dort schneit. Wie sehr das stimmt, sah ich nach der Stadtbrücke. Drüben waren die Hauptstraßen perfekt geräumt. Hier: nichts gemacht. Wahrscheinlich müssen die Winterdienstmitarbeiter ihre gesetzliche Pause machen oder was auch immer.

    Ich wollte eigentlich über die B5 fahren – kein Durchkommen, alles zugeschneit. Okay, dann kämpfe ich mich zur Autobahn durch. Dort das gleiche Bild.

    Auf der Gegenspur gab es dann den ersten Unfall bei km 42. Kurz darauf sah ich, wie ein Sprinter in die Mittelleitplanke fuhr und zerstört stehen blieb. Okay, ich fahre vorsichtig. Erst einmal bis zum Berliner Ring. Auch hier nichts gemacht. Weiter Richtung Norden.

    Ich dachte mir schon, dass die Rüdersdorfer Brücke zum Problem werden könnte – und es kam genau so. Ich fuhr rechtzeitig auf den Parkplatz davor und nutzte die 90 Minuten Wartezeit, um das Bild oben mit ChatGPT zu erstellen und nach neuen Reifen zu suchen. Genau weiß ich noch nicht, welche es werden, aber wahrscheinlich ist es Montag soweit. Ich fahre in der Woche 770 km zur Arbeit und zurück – da muss ich mich darauf verlassen können.

    Nach der Wartezeit sah ich das erste Räumfahrzeug und folgte ihm, bis ich die Autobahn verließ. Leider war die Tour dann viel zu schnell wieder vorbei. Aber gut – die nächste kommt bestimmt. Wann ich es wieder in die Berge schaffe, weiß ich noch nicht. Die nächste Zeit bis Mai werde ich im Norden Deutschlands verbringen. Möglicherweise gibt es da auch das ein oder andere zu berichten. Bleibt gespannt.

    Als Abschied dachte ich mir, ich bringe euch aus dem Urlaub etwas Schnee mit, damit ihr auch etwas davon habt. Genießt ihn, solange er schön ist.

  • Jahreswechsel

    Jahreswechsel

    In der Nacht zu Silvester zeigte Frau Holle, was sie draufhat. Als ich aufwachte, lagen auf dem Außenspiegel des Taxis schon gut 15 cm Schnee. Wow. Klar ging mir auch durch den Kopf, dass ich hier ja irgendwann wieder rausfahren musste – aber das war ein Problem für später. Erstmal machte ich mir meinen Kaffee und befreite die Solaranlage vom Schnee. Wie sollte es anders sein: Nach dem Kaffee, von dem ich einen Teil verschüttete, ging es erstmal ins Wasser. Nur trug ich statt der Badelatschen diesmal Stiefel auf dem Weg zum Wasser. Bestimmt sehr sexy: Stiefel, Badehose und Bademantel. 😉

    Danach rüstete ich mich mit allem aus, was ich für die Wanderung brauchte. Diesmal kamen die Lowa-Bergstiefel zum Einsatz und – seit langer Zeit mal wieder – die Gamaschen, damit kein Schnee von oben in die Schuhe kommt. Zuerst lief ich an der heißen Quelle vorbei den Weg hinauf, den ich gestern heruntergekommen war. Dabei verpasste ich zuerst die Abzweigung und fand mich irgendwann an einer Sitzbank wieder, die ich schon kannte. Also zurück – und diesmal konnte ich den Weg erahnen. Der Schnee ging mir bis zur Mitte der Unterschenkel.

    Nach kurzer Zeit erreichte ich über eine Holzbrücke wieder die Straße von der Quelle. Naja, macht ja nichts – die Straße war sowieso nur noch ein paar Meter geräumt. Danach sah man nur noch die Spuren einer Person und ein paar Langlauf-Ski. Entlang des Weges waren außerdem Trittsiegel (Pfotenabdrücke) zu sehen, die sehr nach Wolf aussahen. Da sie irgendwann im Wald verschwanden und nicht wieder auftauchten, gehe ich davon aus, dass es kein Hund war.

    Irgendwann kam ich an eine weite Mineralquelle. Danach wurde es richtig steil – noch ein „Weg“, aber teilweise gefühlt im 45-Grad-Winkel. Auf jeden Fall anstrengend, und ich verfluchte jede Zigarette. Dann erreichte ich irgendwann eine offene Fläche und dachte, das Schlimmste sei geschafft. Ich machte eine kleine Pause. Danach ging es im Wald weiter bergauf – immerhin mussten insgesamt 500 Höhenmeter überwunden werden. Aber denkste… Ich kam teilweise nur noch weiter, indem ich mich an Bäumen und Sträuchern festhielt. Trotzdem rutschte ich ein paar Mal ab. Einmal gab mein Knie ein ziemlich ekliges Knacken von sich und schmerzte ordentlich. Egal – hier kann mich eh keiner retten, dachte ich mir. Nach ein paar Schritten ging es wieder.

    An einer sicheren Stelle legte ich sicherheitshalber doch die Steigeisen an. Damit lief es sich deutlich angenehmer. Nach weiteren 20 Minuten bergauf erreichte ich die Ruinen der Burg. An einem kleinen überdachten Pausenplatz fragte mich eine Gruppe, ob ich ein Foto machen könne. Natürlich! Als Dank gab es eine Praline. Danach kam noch ein Pärchen aus Tschechien, und wir unterhielten uns etwas auf Englisch.

    Irgendwann entschied ich, über einen anderen Weg abzusteigen. Ich holte dabei die Gruppe vom Foto wieder ein und stellte fest, dass dieser Weg deutlich angenehmer war. Trotzdem war ich froh, als ich das Taxi wieder erreichte. Danach ging es erstmal zum Entspannen ins Wasser.

    Den Rest des Abends machte ich ruhig – bis ich durchdrehende Räder hörte und sah, dass sich ein Auto festgefahren hatte. Alle halfen mit, und das Auto kam wieder frei. Anschließend kam ich mit den anderen, die ebenfalls auf dem Parkplatz standen, ins Gespräch. Nach einem gemeinsamen Schnaps genoss ich die Ruhe, bis 23:45 Uhr. Dann ging ich mit meinem Bier ins Wasser. Vielleicht noch zehn Leute waren da. Um Mitternacht zündeten einige Wunderkerzen an. Der Dampf verstärkte Licht und Stimmung, und Richtung Sauna gab es ein kleines Feuerwerk. Nichts Großes, nichts Wildes. Aus dem Dorf sah man gelegentlich Lichtblitze in den Wolken. In der Slowakei ist Feuerwerk nur zwischen 18 und 2 Uhr erlaubt, laute Böller sind generell untersagt – und scheinbar funktioniert das ganz gut.

    Gegen 00:20 Uhr ging ich wieder in den Bus und schlief erstmal aus. Heute Morgen befreite ich während des Kaffeekochens erstmal den Van vom Schnee. Ich wollte weiter, aber was der Wetterbericht für den Rückweg meldete, sah nicht gut aus. Ich erinnerte mich an die Rückfahrt aus Rumänien 2024 – damals fuhr ich genau während des schlimmen Hochwassers in Südpolen dort durch, vorbei an Flüssen, die weit über die Ufer getreten waren. Das brauche ich nicht nochmal.

    Da mein Knie heute keine große Wanderung mitmacht, entschied ich mich für den Rückweg. Noch nicht komplett, aber ich denke, dass ich Samstag wieder in Berlin sein werde. Ich war gespannt, wie sich das Taxi im Schnee verhält. Wirklich Erfahrung hatte ich bisher nur kurz beim Militärfahrzeugtreffen in Polen. Die ersten Meter fuhr ich noch sehr vorsichtig, bis ich Vertrauen fasste, und steuerte erstmal eine Tankstelle in der nächsten Stadt an. Alle Tanks und Kanister wurden gefüllt und dann ging es zurück.

    Ich hatte mir noch einen See als Ziel gesetzt, aber die Nebenstraßen waren nicht schön zu fahren. Kurz vor dem Ziel wurde es unangenehm: 12 % Steigung, Serpentinen – und plötzlich wollte das Taxi quer fahren. Nicht so schön, zumal es hier kaum Leitplanken gibt. Also blieb ich auf den besser geräumten Straßen. Ein Blick auf Google Maps: Was habe ich noch markiert? Gleiwitz in Polen – interessant wegen meiner ersten Ausbildung als Mediengestalter Bild und Ton und natürlich wegen der Geschichte.

    Leider wurde es unterwegs immer wärmer, der Schnee schmolz. In Gleiwitz machte ich eine Runde um den höchsten Holzturm der Welt, an dem der Zweite Weltkrieg begann. Nach den Tagen Dauerfrost fühlten sich 2 Grad plötzlich wie T-Shirt-Wetter an. Zurück im Auto fummelte ich noch etwas herum und hörte dann auf der alten Frequenz 1231 kHz nur Rauschen. Hierbleiben wollte ich nicht – also das nächste Ziel: Was passt zu heißen Quellen? Genau: Vulkane. Vor Kurzem war ich ja schon in einem und hatte dort Milchquarz, Rauchquarz, Zeolith, Amethyst, Baryt, Kalzit und Achat gefunden – und ich wusste, dass man dort übernachten kann.

    Also zwei Stunden über die A4 in Polen. Langsam kenne ich die Abfahrten auswendig. Als ich die Autobahn verließ, fing es wieder an zu schneien – diesmal nicht bei angenehmen –5, sondern bei knapp 0 Grad. Ich habe das Gefühl, da ist die Straße glatter. Auf einer kleinen Straße, etwa 20 Minuten vor dem Ziel, ging es einen Berg hinunter, leichte Linkskurve, rechts und links große Alleenbäume – und plötzlich merkte ich, wie das Heck nach links ausbrach. Vier Spuren durch den Schnee, ohne Gas, ohne Bremse, kaum Lenken – zum Glück kam ich unten gut auf einer geräumten Straße an.

    Okay: Wir bleiben jetzt nur noch auf den geräumten Straßen. Zuerst sah ich einen kleinen Parkplatz, der mir aber nicht gefiel. Wenig später kam ein großer Parkplatz bei einem Restaurant. Hier verbringe ich jetzt die Nacht – und der Bus schaukelt im Wind.

    Morgen gibt’s dann halt Frühstück im Vulkan. Mal sehen, ob ich meinen Kocher brauche …

  • Basecamp erreicht

    Basecamp erreicht

    Die Nacht an der Stahlhütte war leider doch nicht so ruhig, wie wir gehofft hatten.

    Aber es gibt Schlimmeres. Noch vor Sonnenaufgang war ich draußen und habe bei minus vier Grad Kaffee gekocht. Als die Sonne dann da war, ging es los – zuerst durch die langgezogene Ortschaft. Irgendwann stellte ich fest, dass das Wischwasser eingefroren war. Also der nächste Stopp: eine Tankstelle, wo ich etwas gekauft habe, das besser zu den hier herrschenden Temperaturen passt.

    Durch schöne Dörfer ging es weiter. Als Ziel hatte ich „Quelle“ in der Slowakei ins Navi eingegeben. Es kam, wie es kommen musste: Zuerst leitete es mich in eine Straße, die vom 01.11. bis 31.03. gesperrt ist. Da sie zudem sehr vereist war, fuhr ich sie lieber nicht. Kurz danach wollte mich das Navi natürlich auf eine Mautstraße schicken. Kurz vor der Auffahrt bemerkte ich den Fehler zum Glück noch und setzte zurück.

    Über eine kleine Straße erreichte ich dann doch die Grenze. Ganz unspektakulär ging es in die Slowakei. Ich musste noch etwa eineinhalb Stunden fahren, bis ich mein erstes Ziel erreicht hatte. Nachdem ich geparkt hatte, ging es noch rund zwei Kilometer zu Fuß weiter – und dann war ich dort. Das Wasser hatte etwa 25 Grad und es gab viele Terrassen, die natürlich vereist waren.

    Ein klein wenig erinnerte mich der Ort an Berca, nur dass die Landschaft hier anders war und kein Schlamm austrat. Interessant waren die Steine vor Ort: Bimsstein, der natürlich auf einen längst erloschenen Vulkan hinweist. Wahrscheinlich gefiel mir dieser Ort genau deshalb so gut.

     Nach langer zeit war ich wieder am zurück am auto. Na was mache ich denn jetzt. Auf der karte Viel mir dann auf das nicht ganz so weit nur eine stunde weiter ein platz mit klettersteigen ist. Da fuhr ich hin und verbrachte bis die sonne hinter den nächsten berg verschwand die zeit damit am seil hoch und runterzusteigen mich auf einer bank im fels auszuruhen und einer 2 hängebrücken zu kraxeln. Ganz  alleine war ich auch nicht und es fühlte sich nicht wie ende Dezember an eher wie frühling.

    Als ich wieder unten war, stellte sich die Frage: Wohin – und wo schlafe ich heute? Ich dachte mir, als Belohnung für die körperliche Aktivität könnte ein Bad in einer heißen Quelle ganz gut sein. Einmal für die Muskeln und außerdem für die vom Kalkstein beanspruchten Hände – schließlich war ich drei bis vier Stunden am Berg „spielen“.

    Zuerst suchte ich mir allerdings die falsche Quelle als Ziel aus. Ich fuhr größtenteils über einen sehr schmalen Pass und wahrscheinlich eine Holzfällerstraße dorthin und wurde ordentlich durchgeschüttelt. Zwischendurch hatte ich dabei auch zum ersten Mal seit Langem wieder Schnee unter den Rädern. Im Ort angekommen, ging es weiter – doch irgendwann kam ein Schild mit Halteverbotszone. Da wusste ich: Das könnte problematisch werden. Kurz darauf stand ich vor einer Schranke.

    Okay, dann fahre ich eben die 30 Kilometer weiter zu der Quelle, die ich mir in Berlin rausgesucht hatte und die ohnehin vielversprechender wirkte. Im Ort standen wieder dieselben Schilder, aber zum Glück kam diesmal keine Schranke. Vor dem See, der etwa 30 × 10 Meter groß ist, gibt es einen kleinen Parkplatz, auf dem vielleicht 30 Autos und Wohnmobile Platz finden. Perfekt.

    Ich parkte und schaute mich erst einmal um. Wie läuft das hier? Wo zieht man sich um, kann man seine Sachen irgendwo ablegen? Das Wasser dampfte bereits. Ich zog mich dann schon im Taxi um und legte nur Bademantel und Badelatschen am Wasser auf eine Bank. Als ich hineinging, war es bereits komplett dunkel. Vielleicht zehn Leute verteilten sich im Wasser – also ausreichend Platz. Das Wasser war angenehm warm, es kommt mit etwa 33 Grad aus dem Boden. Nur die Luft draußen ist deutlich kälter.

    Irgendwie war das alles wunderschön. Später am Abend, als ich noch ein Buch las, fing es sogar an zu schneien. Heute Morgen wachte ich dann in einer weißen Wunderwelt auf: richtiger Pulverschnee, nicht dieser Matsch, der in Berlin meist fällt. Und dazu war es nicht einmal glatt. Nach dem Frühstück ging es natürlich wieder ins Wasser. Dabei kann man wunderbar die Zeit vergessen und genießen. Nur das Rauskommen ist extrem – wie ein Eisbad nach der Sauna, nur dass man hier einfach den Bademantel anzieht und zitternd zurück zum Taxi läuft. Zum Glück ist es darin warm.

    Ich muss dazu sagen, dass ich die letzten Plusgrade vor Tagen das letzte Mal gespürt habe. Heute Nacht sollen es nur minus sieben Grad werden und in der Silvesternacht minus neun. Ich bin gespannt, wie das dann in der Quelle sein wird.

    Nach dem Bad packte ich meine Sachen, befreite die Solaranlage vom Schnee, damit sie arbeiten kann (ein weiterer Artikel zu den technischen Sachen kommt die Tage), und machte mich zu Fuß auf den Weg. Im Nachbardorf sollte es einen Wasserfall geben – und ein bisschen Bewegung tut mir ganz gut. Im Ort sah ich dann etwas, das mich beruhigte: Die Hauptstraßen waren perfekt geräumt. Ich hatte schon befürchtet, 700 Kilometer mit Schneeketten fahren zu müssen.

    In der Nähe des Wasserfalls fand ich noch einen Supermarkt. Da ich nicht weiß, ob hier die Läden die nächsten Tage geöffnet haben, kaufte ich ein paar Vorräte. Leider gab es keinen Jack Daniel’s Cola, dafür aber Bier für morgen Abend – Mitternacht in der Quelle.

    Vor Ort entdeckte ich zuerst einen Bücherschrank und dann, dass ein anderer Wanderweg zurück zu Basecamp führt. Die Zeitangabe von 45 Minuten klang okay, also ging ich los. Erst ging es fast auf einen Bergrücken hinauf, dann weiter durch den Wald. Das Einzige, was man hörte, waren die Schritte im Schnee und der Wind in den Bäumen. Dazu ein wunderbarer Blick auf die Berge.

    Um zu beschreiben, was mich hier umgibt: Östlich von mir liegt ein großer Stausee. Nördlich die Hohe Tatra mit Gipfeln um die 2600 Meter, südlich Berge um die 2000 Meter. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich verraten soll, wo genau die Quelle ist – nicht, dass sie wie so viele Orte in den letzten Jahren überrannt wird und am Ende geschlossen werden muss. Was denkt ihr?

    Aber zurück zum heutigen Tag: Als ich wieder zurück war, genoss ich natürlich ein weiteres Bad. Danach machte ich es mir ruhig und las weiter in einem Buch aus meiner kleinen Bibliothek, bis ich gegen 18 Uhr noch einmal für etwa 30 Minuten ins Wasser ging. Diesmal schaute zu Beginn der Mond zwischen den Wolken hervor und machte die Szene mit den Dampfwolken noch intensiver. Am Ende schneite es wieder – man sitzt im warmen Wasser und Schneeflocken fliegen einem ins Gesicht.

    Morgen werde ich noch eine Wanderung zur höchstgelegenen Burg der Slowakei machen und weiß nicht, ob ich danach morgen noch berichten werde. Falls nicht:

    Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch, feiert schön – wir lesen und sehen uns im neuen Jahr!

    šťastlivý Nový rok gott nytt år een fijne jaarwisseling

  • On The Road Again

    
    
    
    
    

    Ich bin wieder unterwegs. Diesmal wird es so sein, dass ich wahrscheinlich alle ein bis zwei Tage berichten werde.

    Die Weihnachtstage waren fast vorbei. Am 26.12. wollte ich nachmittags los. Doch diesmal fiel es mir schwer, in die Gänge zu kommen. Vielleicht lag es daran, dass ich nicht wieder alleine etwas unternehmen wollte – und sich auf der Couch irgendwie zu beschäftigen (oder zu verstecken) ist ja einfach. Aber ich wusste: Ich muss raus. Zuhause finde ich keine neuen Bekanntschaften und keine Abenteuer.
    Die Frage war nur: Wohin? Den Harz hatte ich mir eigentlich als grobes Ziel gesetzt. Ganz sicher war ich mir aber nicht. Viele Möglichkeiten gingen mir noch durch den Kopf: Silvester in Stockholm (hin wäre es machbar gewesen, zurück aber nicht). Die Hohe Tatra zum Bergsteigen. Oder das, was mir seit etwa zwei Jahren im Kopf herumgeht: natürliche, frei zugängliche heiße Quellen. Ich suche schon lange nach natürlich belassenen warmen Quellen, die einigermaßen gut erreichbar sind. Wenn ihr Tipps habt – immer her damit!
    Nach fast zwei Jahren Suche kam dabei heraus, dass es nur auf der Südseite der Karpaten Quellen gibt, die relativ gut erreichbar sind. Also suchte ich mir die nächstgelegene heraus und wollte los. Doch als ich einen Schritt vor die Tür machte, rutschte ich irgendwie seltsam weg. Am Auto sah ich dann Eis auf den Spiegeln – der leichte Nieselregen war gefroren. Es machte keinen Sinn, bei Glatteis zu starten. Wegwerfen werde ich das Taxi sicher nicht. Also blieb ich noch eine Nacht zuhause.

    27.12. – Glatteis und Bekanntes

    Als ich schließlich fit war, war trotzdem noch alles gefroren. Die Hauptstraßen und Autobahnen waren zwar eisfrei, aber insgesamt war es rutschig. Ich fuhr zuerst nach Hohenwutzen. Von dort stellte ich im Autoradio den Kompass größer und fuhr einfach nach Südost. Viele Orte kannte ich schon, es wurde eher ein Fahrtag. Ich beschloss, hin nur Landstraße zu fahren – zurück kann ich dann in Polen Autobahn fahren.
    Am Oderbogen wurde es zunehmend glatter, die Nebenstraßen waren kaum befahrbar. Also fuhr ich weiter. Gegen 17 Uhr begannen sogar die Hauptstraßen zu vereisen. Ich erinnerte mich an einen Platz bei Zielona Góra, wo man zwar nicht schön, aber sicher stehen konnte. Dort nutzte ich das WLAN von Shell und räumte erst mal das Taxi auf – ups, zwei volle Müllsäcke kamen dabei zusammen. Danach las ich noch eine ganze Weile Clannon Miller, eine meiner Lieblingsautorinnen. Irgendwann schaute ich auf die Uhr und stellte fest: Es war fast Mitternacht. Also Licht aus – Schluss für heute.

    28.12. – Bekannte Strecken

    Morgens verzichtete ich auf Kaffee – das wird morgen anders. Dafür war das Restaurant mit der goldenen Möwe gut genug. Auf den Straßen war es immer noch extrem glatt. Zuerst fuhr ich lange Zeit neben der S3 in Polen Richtung Süden. Irgendwann sah ich dann ein Schild: Hirschberg in Schlesien. Von dort ging es weiter Richtung Waldenburg – im Endeffekt die gleiche Strecke, die ich früher mit meiner Ex-Freundin nach Rumänien gefahren bin. Diesmal blieb ich aber in Polen und fuhr nicht bis zur Grenze.
    Zwischendurch machte ich Pause an einem Grab mit Opfern aus Groß-Rosen. Auffällig war, dass die Namen niederländisch waren – und ich konnte den Text sogar halbwegs lesen.
    Dann die erste „lustige“ Stellplatz-Erfahrung: Ich sah an einem Fluss einen Hinweis auf eine Einsatzstelle für Kajaks. Der Weg war nur zur Hälfte geräumt, danach ging es als verschneiter Feldweg weiter, am Ende noch eine Abfahrt runter – ein traumhafter Stellplatz, aber mit Risiko. Ich stieg vorher aus und stellte fest: Wenn ich ins Rutschen komme, lande ich direkt im Fluss. Das Risiko gehe ich nicht ein. Also die 500 Meter rückwärts zurück – Wenden war kaum möglich.
    Gegen 18 Uhr erreichte ich im Dunkeln die Grenze nach Tschechien. Natürlich lagen die Kronen von der letzten Reise zuhause. Ich suchte und suchte, aber fand nichts richtig Gutes. In dem Ort, in dem ich jetzt stehe, war ein großer Parkplatz ausgeschildert – und ich hatte keine Lust mehr weiterzusuchen. Als ich ausstieg, sah ich vor mir eine Bahnlinie und hoffte auf eine ruhige Nacht. Gleich dahinter waren Gebäude, aus denen Rauch aufstieg, und auf einem Dach loderte in Abständen eine riesige Flamme. Inzwischen weiß ich: Es ist eine Eisenhütte bzw. ein Stahlwerk.
    Ich bin gespannt, wie alles bei Tageslicht aussieht. Morgen mache ich Fotos, versprochen. Dann geht es weiter in die Slowakei – möglicherweise schon zu den ersten heißen Quellen.