Kategorie: Uncategorized

  • Unterwegs an der Oder – Auf den Spuren der Geschichte: Führerbunker Riese

    Unterwegs an der Oder – Auf den Spuren der Geschichte: Führerbunker Riese

    Ich in Unterwegs…

    Eigentlich war mein Plan, gestern Abend nach dem Dienst loszufahren. Leider hatte ich es die Woche noch nicht geschafft, meinen Pass abzuholen. Also habe ich den gestrigen Abend mit Ein- und Ausräumen des Autos verbracht. Dabei ist es doch ziemlich spät geworden. Um sieben Uhr früh war ich wieder wach. Gegen acht Uhr dreißig startete ich den Motor des Taxis. Erstmal noch tanken, aber nur so viel, dass ich ins Nachbarland komme, dann nach Pankow ins Rathaus, den Pass holen, und dann ging es endlich wirklich los. Unterwegs habe ich schon überlegt, was ich vergessen haben könnte. Das wird mir bestimmt noch auffallen. Ich habe dem Navi erstmal als grobes Ziel die Oderquelle gegeben. Dabei wurde ihm verboten, über Autobahn und Mautstraßen zu fahren. Sagen wir mal so: Google ist da strenger. Irgendwie wollte mich das Teil quer durch Berlin schicken. Ich bin dann die 158 raus und dann weiter nach Müncheberg. Gegen Mittag wurde Frankfurt an der Oder erreicht. An den unsanierten Plattenbauten hing noch die DDR-Flagge, vielleicht etwas viel Nostalgie. Auf der Brücke über die Oder war das erste Mal Stau, deswegen war zu erkennen, dass es wenig Wasser gibt. Das Radio spielte passenderweise in diesem Moment Deutschland im Herbst von den Onkelz.

    Slubice gefällt mir persönlich besser. Ich versuchte noch, Geld an einer Tankstelle abzuheben, was irgendwie nicht klappte. Mal sehen, was daraus wird. Etwas weiter stockte ich den Vorrat an Zigaretten erstmal auf. Dann ging es erst auf eine gut ausgebaute Landstraße und irgendwann auf eine Autobahn. Gut für 150 km, ganz in Ordnung. Nur das Lustige war, dass an der Seite Schilder standen: „Nächster McDonald’s in 80 km“. Mal eben schnell zu McDonald’s ist da nicht. Auf der Autobahn habe ich es ruhig angehen lassen, Tempomat 110.

    Gegen 14:30 zeigten sich die ersten Berge am Horizont. Ein Lächeln erfasste mein Gesicht. 20 km vor Waldenburg wurde erstmal der Tank aufgefüllt. Mir reichte es, ab auf die Nebenstraße, 20 km durch kleine Dörfer. Nachdem ich durch den letzten Ort war, fiel mir ein: Hier in der Nähe gibt es doch etwas, das mich schon immer interessierte – das Führerhauptquartier Riese. Also kurz rechts rangefahren, den genauen Ort rausgesucht und ins Navi eingegeben. Ist ja kein Muss, heute bis zur Oderquelle zu kommen.

    Gegen 16:30 erreichte ich das Objekt, welches gleichzeitig Touristeninformation ist. Nach einer kurzen Nachfrage stellte sich heraus, dass die nächste Führung in 15 Minuten beginnt. Na, das ist doch klasse. Auch wenn sie nur auf Polnisch war, war es ziemlich interessant, auch mit Licht- und Toninstallation, die bestimmte Momente im Stollen sehr deutlich machte.

    Als die Führung nach anderthalb Stunden endete, war die Frage: Wo bleibe ich heute? In der Nähe ist noch ein Objekt, wo Flugscheiben entwickelt worden sein sollen. Interessant, da fahre ich hin. Naja, auf dem Weg dahin kam ich durch ein Skigebiet. Die Aussicht war umwerfend, und nachdem ich mich umgeschaut hatte, sah ich an einer Stelle doch ein Wohnmobil. Hier bleibe ich für heute und vernichte noch die Sachen, die ich bei Mitte Meer gerettet habe, und warte auf die Sternschnuppen, die heute kommen sollen.

  • Winterabenteuer auf dem Truppenübungsplatz Groß Born

    Hier ist dein Text mit korrigierter Rechtschreibung und Grammatik, ohne Kürzungen:


    Es ist Anfang Februar.
    Als ich nach Feierabend losfahre, ist es bereits dunkel. Die Strecke hatte ich mir schon rausgesucht. Es sollte am Ostwall entlang bis nach Groß Born gehen.
    Nachts wurde es kälter, aber ich fand an einer Schleuse, die im 2. Weltkrieg militärisch genutzt wurde, einen angenehmen Stellplatz. Als ich aufwachte, war mit einem Mal Winter… Es war alles um mich herum weiß. Ein kleines Frühstück und nach einem Spaziergang ging es weiter. Es ging immer den Pommernwall entlang. Ich glaube, ich habe an die 100 Mal angehalten, um etwas zu besichtigen. Bei Biedonka wurden die Vorräte aufgestockt. Und irgendwann gab es auch einen Kaffee bei einem Restaurant mit dem goldenen M. Danach ging es zu einem Punkt, wo die normale Regel der Physik nicht zu gelten scheint: Flaschen rollen an der Straße bergauf. Sehr interessant. Ich stand dort ca. 2 Stunden auf dem Parkplatz und bin dann weitergefahren bis Groß Born.

    Da gab es dann erst einmal Tauziehen mit LKWs, Driften mit dem MAN-Kat im Kreisverkehr und so manche Sachen, die in der BRD nicht machbar waren. Groß Born ist ein großer, alter Truppenübungsplatz, wo dieses Militärfahrzeug-Treffen stattfindet. Ich fand dann etwas abseits in einer Senke einen guten Parkplatz für die Nacht, auch wenn ich nicht wusste, ob ich wieder wegkommen würde, da es unter dem Schnee komplett vereist war.

    Die Nacht war arschkalt, trotz Schlafsack, bis -14 Grad. Nachts lief das Auto 2 Stunden, um für Wärme zu sorgen. Auf das Kaffeekochen verzichtete ich am Morgen, genauso wie auf den späten Gang – es waren frühs sonnige Minuten grade. Nachdem ich mit einigen Hindernissen und Rutschen trotz AT-Reifen die Straße erreichte, ging es zum Frühstück zu McDonald’s in etwa 20 km Entfernung. Danach wieder zurück zum Treffen. Noch einer Verladung von einem Panzer zugeschaut, und dann ging es ins Gelände. Ich bin dann im Beiwagen eines Kradschutzen-Fahrzeugs, welches bei der 5. SS-Gebirgsjäger-Division eingesetzt wurde, mitgefahren. Es war mit allen Anbauten noch funktionstüchtig.

    Dann bin ich erst einmal zur Stadtbesichtigung gegangen. Das ging leider nur von außen. Die Villa, wo Guderian den Angriff auf Russland plante, stand sogar zum Verkauf. Leider wäre der Aufwand für mich zu groß gewesen. Danach ging es noch zu einer Schleuse, die auch zur Verteidigung genutzt wurde, und weiter zu einer verlassenen Stadt in der Nähe.

    Irgendwann stellte sich die Frage: Fahre ich heute zurück oder morgen? Um 13 Uhr müsste ich in Berlin-Tegel beim Eisbaden sein. Ich ließ das Schicksal entscheiden… Ich bin auf einen Parkplatz gefahren, wie man ihn so häufig in Polen findet, und habe mir gesagt: Wenn ich das Lagerfeuer mit natürlichen Sachen anbekomme, bleibe ich da. Nach 60 Minuten vergeblichen Versuchen, trotz Birkenholz, gab ich auf und fuhr über Stettin zurück nach Berlin.

  • Nächtliche Kajakfahrt bei „Havel in Flammen“

    Hier ist dein Text mit korrigierter Rechtschreibung und Grammatik, ohne Kürzungen:


    Ein Bericht zur Fahrt „Havel in Flammen“

    Samstag ging es gegen 12:45 Uhr los. Die Verhältnisse waren perfekt. Die Sonne schien, die Temperatur war im angenehmen Bereich. Es ging über den Tegler See und dann Richtung Spandau. Dort wurden die Boote umgetragen. Es tat gut, mal aus dem Boot zu kommen. Dann ging es weiter über die Havel und den Pichelsssee, den ich nicht als See wahrgenommen habe. Bis 300 m danach ist die Havel ca. 50 m breit. Danach verbreitert sie sich schlagartig auf ca. 1.200 m. Es ging erstmal Richtung Schildhorn. Es wurde auf jeden Fall voller, viele Segelboote und Motorboote waren unterwegs. Kurz hinter der Villa Lemm sind wir dann ans rechte Ufer gewechselt. Gegenüber von Lindwerder gab es eine Pause. Danke fürs Boot, dann Salat und den leckeren Kuchen. Man konnte schön beobachten, wie die Motorboote abbremsen, da die Wasserschutzpolizei irgendwas mit einem Segler zu tun hatte.

    Als es weiterging, nahmen auch die Wellen weiter zu, bis ich auf der Höhe war, wo man links das Strandbad Wannsee sieht, und das Gefühl hatte, wieder bei Windstärke 8–9 um Hiddensee zu paddeln. Für Ungeübte ist die Stelle mit Vorsicht zu genießen. Uns begegnete dort auch der preiswerteste Ausflugsdampfer Berlins, die Fähre F10 der BVG von Wannsee nach Kladow. Fahrtdauer ca. 20 Minuten und mit einem Einzelfahrausweis AB relativ preiswert. Danach nahm der Verkehr ab. Es ging an der Pfaueninsel vorbei. Gezeigt hat sich aber leider kein Pfau. Ich bezweifle langsam, dass es dort Pfaue gibt. Fährt die Fähre, ertönt jedes Mal der Ruf, nur gesehen habe ich noch keinen.

    Gegen 19 Uhr gab es eine weitere Pause an der Heilandskirche in Sacrow. Für mich war das auch neu, und ich fand es sehr schön. Es gab auch noch einen kleinen Spaziergang durch den Schlosspark. Danach ging es Richtung Glienicker Brücke. Das Wasser golden vom Sonnenuntergang. Links war Schloss Babelsberg zu sehen, dazu etwas Musik, die von irgendwoher spielte. Es war einfach ein toller Moment. Auf dem tiefen See wurde es Zeit, Licht anzumachen. Und wo war meins? Wahrscheinlich schon in einer der Umzugskartons. Toll, wir haben es trotzdem hinbekommen.

    Durch das toll beleuchtete Potsdam ging es weiter. Kurz vor dem Hafen fuhr die Weiße Flotte los Richtung Glienicker Brücke, um die Schiffe aus Berlin einzusammeln. Die müssen auch gedacht haben: „Was sind das für drei komische Leute, die nachts mit Kajaks durch Potsdam fahren?“ Danach ging es weiter geradeaus. Ich war mir nicht sicher, ob wir die eingezeichnete Strecke durch einen kleinen Kanal fahren können und wo dieser genau ist. Nachdem wir einen Angler gefragt hatten, fanden wir den Kanal. Ich hätte noch die Worte von Allan im Ohr: „Da kommt ihr nicht durch.“ Wir probierten es trotzdem, und nur ein Waschbär schwamm uns über den Weg.

    Danach, auf dem Templiner See, fuhren wir fast gegen eine Holzsperre. Etwas weiter ging es noch durch eine weitere Hindurchfahrt. Da war das Wasser doch sehr flach. Irgendwann erspähten wir trotz der ganzen Boote, die auf dem See lagen, die Bahnbrücke. Dahinter ist das Ziel. Kurz davor ging mir der Arsch nochmals etwas aus Grundeis. Das Gewässer hinter der Brücke war wegen der Veranstaltung gesperrt. Wir entschieden, durchzufahren. Das gilt nur für Motorboote. Und da ich keine EPP habe, kenne ich mich auf dem Wasser ja gar nicht aus.

    Nach der Brücke ging es gleich rechts rum, man sah schon das Ziel. Nachdem wir nachgefragt hatten, wo wir rauskommen können, mussten wir noch an einigen toll beleuchteten Booten vorbei und durften am schlimmsten raus. Man sagte uns nochmals, dass wir nicht übernachten können wegen Corona. Nachdem wir fertig waren und das Bier auf dem Tisch stand, fuhren auch schon die Schiffe in den See. Eigentlich zeitlich perfekt. Die Schiffe reihten sich dann alle um das Waldbad Templin auf. Nachdem alle auf Position waren, begann das Feuerwerk. Ich fand das Feuerwerk toll, aber nicht so toll, dafür zig Euro auszugeben und mit dem Dampfer zu fahren. Danach ging es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause.

    Sonntag trafen wir uns wieder zur gleichen Zeit bei den Booten. Wir waren schnell auf dem Wasser. Der Weg in die Innenstadt nach Potsdam war durch viele Motorboote geprägt, mit dementsprechenden Wasserverhältnissen; das ein oder andere Mal schlugen die Wellen bis zur vorderen Luke. Es war trotzdem schön anzusehen, was wir gestern im Dunkeln noch nicht gesehen hatten. Eine Situation ließ das Herz von mir dann doch etwas mehr schlagen: Am Hafen lag das „Sanssouci“. Von vorne kamen einige Boote. Es sah schon eng aus. Als ich nach rechts schaute, war da auch kein Platz, da dort auch ein großes Boot war. Irgendwie ist doch alles gut gegangen.

    Dann ging es durch die alte Fahrt. Es ging wieder Richtung Glienicker Brücke. Da die Verhältnisse mit den Wellen der Motorboote nicht so toll waren, und ich befürchtete, dass es auf der gestrigen Strecke noch schlimmer sein könnte, und da es noch den Weg über den Griebnitzsee gab, nahmen wir diesen. Vorbei an einigen Villen, die mir aus meiner Zeit in Potsdam noch bekannt waren, ging es weiter in den Teltowkanal. Nein, nicht bis Köpenick, sondern bis zur Söhnle-Werft, einem netten Biergarten, wo erstmal Pause gemacht wurde. Das ist halt das Gute am Kajakfahren: man sieht den Biergarten vor einem und nicht wie Ruderer, die sagen: „Scheiße, da war ein Biergarten“, wenn sie vorbei sind.

    Ernsthaft, an dem Punkt habe ich gezweifelt, ob wir es heute noch auf eigenem Kiel nach Hause schaffen. Mir ging so durch den Kopf, ob ich eine zu weite Strecke ausgewählt hatte usw.… Es ging dann über den Stölpchensee und das kleine Wannsee weiter auf dem großen Wannsee. Irgendwie hatte mein Magen etwas mit den Wellen zu kämpfen. Lustig fand ich es zum Teil nicht mehr, da auch wieder die Fähre kam und durch ihr Horn auf sich aufmerksam machte. Hinter dem Strandbad wurde es dann besser. Wie lange das mit meinem Magen noch gut gegangen wäre, keine Ahnung. Ich wusste, dass es zwischen den ganzen Seglern eine kleine Brücke nach Schwanenwerder gibt. Als wir diese passiert hatten, konnten wir erstmal auf den Grunewaldturm zuhalten. Zu dem Zeitpunkt waren dann nur noch einige Segler unterwegs. Die Wasserskistrecke wurde heute sogar benutzt.

    Auf der Höhe Lindwerder verschwand dann die Sonne. Gegenüber von PC-Wiking gingen wir an Land, um uns um die Beleuchtung zu kümmern. Kurz nachdem wir wieder im engeren Teil der Havel waren, war es dunkel. Es fuhr noch das letzte Motorboot an uns vorbei. Man hatte genügend Licht auch von Land, um sich zu orientieren. Auch Spandau hat im Dunkeln vom Wasser aus etwas Tolles. An der Schleuse Spandau wurde nochmals eine Rast eingelegt. Danke nochmals für den Kuchen. Danach wurde es irgendwie stiller. Die drei Boote blieben eigentlich immer nah beieinander, ich würde sagen maximal eine Bootslänge. Durch meine Kopflampe konnte ich den sternenklaren Himmel nicht so gut sehen, ich glaube, hinter dem großen Wall habe ich sie abgenommen. Wunderschöne Sterne, drei Boote und nur das Geräusch vom Paddel. Gegen 22:45 Uhr waren wir am Ziel.

    Ich kann nur sagen: Respekt vor der Leistung. Die Länge der Strecke, die Verhältnisse auf der Havel oder Wannsee waren nicht ohne, von den Wellen her. Und auch in Dunkelheit nicht den Kopf zu verlieren, ist eine riesige Herausforderung. Ich glaube, das schafft nicht jeder im Verein. Ich habe zwischenzeitlich echt nicht mehr geglaubt, dass wir das Ziel erreichen. Irgendwie freue ich mich jetzt schon auf das nächste Jahr, 2021.

  • 290 Kilometer Wasserwege: Meine Paddeltour durch Brandenburg

    Zwar keine Bilder, aber die entstehen beim Lesen im Kopf.
    [26.8.2020, 17:43] Ich bin gestern aufgebrochen in den Spreewald. Sollte sich jemand an der Ausdrucksweise oder anderen Dingen stören, einfach etwas anderes lesen. Gestern war ich ziemlich spät auf dem Wasser, ca. 11 Uhr müsste es gewesen sein. Hier habe ich etwas vergessen, dort noch etwas liegen gelassen. Nicht schlimm, bisher habe ich nichts vermisst. Gestern ging es dann über den Tegeler See. Höhe Strandbad ist mir eingefallen, dass ich vergessen hatte, mich in das Buch im Verein einzutragen. Dann ging es den Hohenzollernkanal entlang. Das Telefon in der Schleuse Plötzen-See klingelte sich tot. Also umtragen (rechte Seite von der Schleuse) Boot übers Geländer heben und danach sagte man mir, ich hätte es in Charlottenburg versuchen sollen, da die darüber gesteuert wird. Beim nächsten Mal vielleicht. Dann ging es durch den Westhafen, wo zwei Motorboote Spaß hatten, Wellen zu machen. Ich hatte durch die Spundwände keinen Spaß daran. Dann ging es in den Landwehrkanal. Naja, wer’s toll findet. Mein Fall ist es nicht, es hat etwas von Autobahn: Links und rechts Straße und du fährst auf dem Mittelstreifen. An der Unterschleuse musste ich erst einmal die Spinnweben entfernen, aber Sprechtaste in Kajakfahrerhöhe. Nach 10 Minuten ging’s los. Ganz alleine, da schlug das Herz etwas höher. Je weiter man richtig Kreuzberg kommt, umso dreckiger wird es, schwimmt wirklich alles im Wasser. Wer den Tegeler See aufräumen möchte, darf gerne vorher mal den Landwehrkanal fahren, um zu sehen, was Dreck ist. Dazu kommen die einzigartigen Gerüche von Döner-Kebab, die Schwaden von Grasgeruch usw. Durch die Schleuse Neukölln ging es weiter auf den Teltowkanal. Nur die Bedienung der Schleuse ist etwas eigenartig: man soll den Hebel runterdrücken, in Wirklichkeit muss man ihn drehen. Kurz danach habe ich im Clubhaus von Ruderern mein Wasser aufgefüllt. Sehr freundliche Leute, kann man echt empfehlen, direkt dort, wo sich der Teltowkanal und der Britzer Verbindungskanal treffen. Danach ging es den Teltowkanal weiter Richtung Dahme. Es wurde langsam dunkel – Mist, zur großen Krampe schaffe ich es nicht mehr. Augen auf, Schlafplatz suchen. Kurz vor der Dahme sieht gut aus, raus, schnell das Zelt aufbauen. Kaum stand es, ratterte der erste Zug drüber – das ging dann die ganze Nacht so weiter. Naja, irgendwie sind doch ein paar Minuten Schlaf daraus geworden. Heute früh, nach einem kleinen Frühstück, ging’s endlich auf den langen See, vorbei an der Regattastrecke. Irgendwann kommt Schmöckwitz in Sicht. An der Stelle hat der Wind lange Zeit schöne Wellen gebildet. Im Zeuthener See dachte ich mir, fahre auf der Waldseite. Irgendwann sehe ich ein gelbes Prion-Seekajak am Ufer liegen. Keine Paddel, nichts, was auf jemanden hinweist. Raus und genau angeschaut. Glücklicherweise hat der Besitzer seinen Namen und seine Adresse ins Boot geklebt. Namen gegoogelt. Siehe da, eine Firma in der Nähe angerufen. Eine Frau war dran, nach kurzer Zeit sagte sie mir, der Besitzer meldet sich gleich. Nach einem weiteren Telefonat wurde das Boot in Schlepp genommen und nach Zeuthen gebracht. Als Dank gab es einen netten Plausch und Kaffee, Kaffee, eine Flasche Champagner und das Angebot, auf dem Rückweg dort übernachten zu können. Gestärkt ging es dann an Wildau vorbei Richtung Königdwusterhausen, unter der A10 hindurch Richtung Neue Mühle. Nach ca. 10 Minuten wurde ich mit einem Hausboot und einer Jacht geschleust. Danach ging es auf den Krüppelsee, der heute gar nicht so schlimm war. Jetzt ging das Überlegen los: fährst du noch nach Prieros durch oder nicht? Der Schweinehund hat gesiegt und ich bleibe heute Nacht im Ferienhof Herzfeld. Ist doch Urlaub, ich muss nicht jeden Tag bis ans Limit gehen, ich habe Zeit. Plan für morgen: bis Märkisch-Buchholz zu kommen.

    [26.8.2020, 17:43] Ich fest sitze. Das erste Mal war Ende der 90er an der Müritz mit dem RZ96, welches ich damals alleine mit unserem gesamten Gepäck fuhr, auf dem Campingplatz Bolten Mühle. Diesmal ist es am Krüppelsee. Gestern Abend beim DWD gesehen, dass da was auf mich zukommen könnte. Letzte Nacht gab es ab 04:00 Gewitter. Der Wind hat auch ziemlich zugenommen, er pustet lustig die Wellen 7 km vor sich her, genau in die Bucht, wo der Ferienhof ist. Nach dem Frühstück dachte ich mir, ich probiere es. Da die Wellen sehr kurz und hoch waren, war es nicht schön, also nochmals an Land. Sicherheit geht vor, vor allen, wenn man alleine unterwegs ist. Dann nochmals ein Blick in die Karte Jübermann TA5 und Kompass sagte, dass spätestens der nächste See bei Wind kein Spaß ist. Trotzdem nochmals ein Spaziergang durch das Dorf gemacht, vielleicht gibt’s die Möglichkeit, hinter der Bucht einzusetzen. Keine Chance. Kurzes Telefonat mit meiner Reserve an Land in Berlin. Antwort kurz und knapp: bleib an Land, ich hole dich ab und bringe dich morgen wieder zurück, damit es weitergehen kann. So sitze ich aktuell in warmem und warte, dass das Wetter besser wird.

    [28.8.2020, 19:59] Hallo, ich melde mich gerade von der Jugendherberge am Köthener See. Nachdem gestern der Wind und die Wellen immer noch nicht besser waren, ging es, nachdem die Lage angeschaut wurde, wieder ins Warme. Es ist halt etwas anderes, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist oder alleine. Heute Morgen sah es dann besser aus. Es waren noch dunkle Wolken am Himmel, die auch einige Tropfen hinunter schickten, aber das ist halt Wassersport, da wird man halt auch mal nass. Nachdem ich den See verlassen hatte, wurde die Dahme 5 km lang zu einem großen 90 m breiten Fluss. Es hatte schon etwas, wenn das Wasser dampft, da es wärmer ist als die Luft – genau dieses Schauspiel hatte ich bis zum folgenden Dolgensee. Der ja im Jübermann TA5 bei Wind gefährlich werden kann. So viel Wind gab es heute aber nicht. Auf dem See lagen einige Hausboote, die sich nach und in Richtung Prieros aufmachten. Ganz toll, du paddelst mit einer Geschwindigkeit und die Dinger dröhnen in gleichbleibender Entfernung über den See. Entweder die Vermieter packen den Leuten Ohropax mit ins Boot oder genug Alkohol, vielleicht sind es aber auch die Abgase, die so benommen machen, dass die Mieter das nicht mehr mitbekommen. Egal. In Prieros fährt man teilweise an Luxus-Anwesen und Booten vorbei, teilweise an normalen Häusern und Booten. Zeitlich hat das Ganze gut gepasst, da die Schleuse in Prieros nur alle 2 Stunden öffnet. Ich war genau 10 vor 12 da und hatte Glück, dass noch andere Paddler mit in die Schleuse fuhren, da sie alleine für das wenige Wasser nicht benutzt wird. Danach wurde es menschenleer. Kurz über den Steganzersee. Die Dahme wird immer enger. An der Schleuse Hermsdorfer Mühle musste ich umtragen. Danach wieder bis Märkisch-Buchholz, absolute Ruhe, nur der Eisvogel, der Reiher und das Nutria schauen, was du da Komisches machst. Genauso schauen dir Kühe, die neben der Dahme auf einer Weide stehen. Die Strecke zieht sich etwas, es hilft nur, sich auf die Bootsspitze zu konzentrieren. Es kann sonst demotivierend werden. Dann kommst du um eine Kurve und siehst die Dorfkirche von Märkisch-Buchholz. Kurz danach, bei km 39,8, endet die Dahme. Besser gesagt, man darf sie nicht weiterfahren. Es beginnt der Dahme-Umflutkanal. Nach wenigen Paddelschlägen erreicht man das Kaskadenwehr von Märkisch-Buchholz. Ich habe es noch voll Wasser in Erinnerung. Heute war es nur ein Rinnsal. Der Bootswagen mit der Seilwinde war leider außer Betrieb. Naja, ich habe ja meinen eigenen dabei. Wieder im Wasser, nach 700 m das nächste Wehr. Ich habe mal den schweren Bootswagen ausprobiert. Naja, nicht so meins. Danach ging es 5 km durch Nadelwald. Die Breite des Kanals ging auf 20 m zurück. Nach 5 km erreichte ich den Köthener See. OK, erstmal rüber zur Insel und dann schauen. Weiter zur Jugendherberge. Da spricht mich ein Mann an, ob ich einen Kanadier auf dem See gesehen hätte. Nö, aber ich schaue mal. Kurz geschaut, niemand gesehen. Er telefoniert währenddessen mit der Frau im Kanadier. Eine Straße soll in der Nähe sein. Nochmal die Karte zu Rate gezogen. Ich fahre mal an der Insel vorbei. Oh, da ist ein Kanadier. Nach einem kurzen Gespräch war klar, das war die gesuchte Person. OK, ich begleite dich zur Jugendherberge, da wartet jemand auf dich. Als wir ankamen, war er schon auf dem Landweg zur Straße. Egal, es wurde zusammen telefoniert. Danach gab’s noch ein nettes Gespräch. Sie sind dann mit dem Auto Richtung Berlin gefahren. Ich habe erstmal in der Jugendherberge mein Zelt aufgebaut, eingecheckt und entdeckt, wo es hier Bier gibt. Gleich koche ich mir noch etwas zum Abendessen und dann geht’s morgen weiter Richtung Burg. Ab dort geht es schon wieder Richtung Berlin, aber diesmal die Spree. Durch Berlin werde ich dann den Teltowkanal nutzen und über Spandau zurückkommen. Ich werde weiter berichten und auch Fotos machen. Einen angenehmen Abend noch.

    [29.8.2020, 21:50] Heute wollte ich mal an meine Grenzen gehen, aber die habe ich nicht erreicht. Die letzte Nacht hatte etwas vom Ballermann. Sachsen soweit das Auge reicht, auch hier auf dem neuen Platz. Es wurden vom Nachbargrundstück Schlager in ordentlicher Lautstärke gespielt. Eine Gruppe Sportler baute die Zelte in meiner Nähe auf und quatschte bis nachts um 1 Uhr. Zur Jugendherberge kann ich sagen: alles top. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann an der Insel auf den Köthener See vorbei Richtung Wasserburg. Leider war die Schleuse wegen niedrigen Wasserstandes geschlossen. Bis dahin war der Randkanal zu einem 10 Meter schmalen Fluss geworden. Das Umtragen war durch Treppenstufen leider nicht so einfach. Kurz danach sah ich den ersten Spreewaldkahn. Der Unterspreewald hat seinen eigenen Charme. Mir gefällt er fast besser als der überlaufene Oberspreewald, wobei auch hier heute einige Mietpaddler unterwegs waren. Es erinnerte teilweise an einen Urwald. Eigentlich wollte ich den Pohlstrom fahren. Irgendwann kam ein Schild, dass die Schleuse gesperrt ist. OK, nicht schön, aber die Schleusen an der Hauptspree haben glücklicherweise nicht geschlossen. Die Hauptspree weitet sich zu diesem Zeitpunkt bis auf 50 m. Am Rasthaus Peterkampsberg sollte es eigentlich Mittagessen geben. Durch die Massen an vermieteten Booten bin ich gemütlich weitergefahren. Kurz vor Lübben gab es dann eine Barriere aus Holzstämmen, nur in der Mitte waren es Plastikrohre. Der erste Versuch scheiterte, darüber zu kommen. OK, Anlauf nehmen und nochmal versuchen, wobei mir das irgendwie nicht ganz geheuer war. Hat es doch geklappt. In Lübben waren hauptsächlich Kähne mit Touristen unterwegs. An der Jugendherberge wurde nochmals Wasser aufgefüllt. Ich wurde auch gleich angesprochen, ob ich nicht lesen könne, da das Anlegen nur für Gäste ist. Ich kann es gut verstehen, dass man sich vor Horden von gemieteten Booten schützen möchte. Was man da so beobachten kann: es wird überall angelegt, ob privat oder nicht, ist egal. Teilweise habe ich Leute beobachtet, die über fremde Boote kletterten, um an Land zu kommen. Ich frage mich, was sie Kühe dazu sagen. Die hier öfters direkt am Wasser grasen. Irgendwann wird das mal tierisch schiefgehen. Ich habe dann auf dem Burg-Lübbener Kanal gefahren. Auf der rechten Seite fließt in 200 m die Spree, dazwischen Sumpf und wieder Urwald. Den größten Teil bis Lübbenau war ich alleine. In Lübbenau habe ich mich dann prompt verfahren – schön in die Sackgasse vorm Schloss. Naja, umdrehen und etwas weiter herumfahren. Hier hatten die Mietpaddelboote etwas von einer Mückenplage. Ich finde es nicht schön, dass damit Leute in einem Biosphärenreservat herumkurven, ihnen auch nur etwas zu wissen, durch gesperrte Flüsse fahren, laut Musik hören mit dem Kasten Bier im Boot unterwegs sind. Oder wie beobachtet, einfach frontal mit voller Kraft gegen einen Baum fahren. Kurz nach einer Bootsrolle musste ich beobachten, wie ein älteres Pärchen in einem Kanadier kenterte. Sie kamen beide raus. Nur die Handtasche, die lose im Boot lag, war natürlich weg. Gleichzeitig bildete sich sofort ein Stau von Booten. Kurze Zeit später kam die Wasserschutzpolizei in einem Spreewaldkahn. Irgendwie ein toller Anblick. Dann ging es in Richtung Lehde, dem bekannten Museumsdorf. Danach herrschte wieder absolute Ruhe und ungestörte Natur bis Leipe, wo eine Hochzeit gefeiert wurde. Die Musik war kilometerweit zu hören. Irgendwie hatte ich noch keine Lust aufzuhören und beschloss, weiter nach Burg zu fahren. Zur Sicherheit nur auf der Hauptspree. Was auch seinen Reiz hat: Eisvögel in Hülle und Fülle und die niedlichen Nutrias, die ja auch noch gut schmecken sollen. Sitzen einfach am Ufer, starren dich an und zeigen keine Scheu. Ich warte nur darauf, dass auch eins auf das Boot setzt. Bis zur Jedroschleuse wurde die Spree immer enger, so ca. 7 m breit. Danach wurde es noch enger. Ich bin dann bei Burg in den Ostgraben abgebogen und bin jetzt beim Zelten am Ostgraben. Morgen gibt es dann Ruhe in der Therme und Sauna.

    [31.8.2020, 22:40] Ich habe den Spreewald verlassen, zumindest das Biosphärenreservat. Die letzte Meldung kam ja vom Zelten am Ostgraben. Ich muss sagen: sehr angenehmer Platz. Autofrei, dafür ein oder andere Boot. Den ersten Abend gab es noch ein Lagerfeuer. Es waren auch noch eine Menge Sachsen da, die gestern abgereist sind. Gestern dachte ich mir nach dem ganzen Sitzen im Boot: müssen meine Beine mal bewegt werden. Nach einem Frühstück mit frischen Brötchen und Kaffee vom Gaskocher, der noch Platz im Boot gefunden hat, ging es also los zu Fuß die 4 km nach Burg auf einen kleinen Markt. Dort wurde erstmal der Frühstücksbelag um Honig erweitert. Danach ging es in die Therme. Ich habe mich fast ausschließlich im Saunabereich aufgehalten. Und ich muss sagen, es hat schon etwas, wenn in der Sauna ein echter Kamin brennt. Gegen 15 Uhr fing es langsam an zu regnen. Die Therme füllte sich. Ich beschloss, zurück zum Campingplatz zu laufen. Auf dem Weg dorthin kam ich zufällig an einem Café vorbei. Soviel ist sicher: der Kuchen war nicht der Gewinner. Auf dem Campingplatz angekommen, hieß es erstmal Handy laden. Dafür waren in der Küche extra USB-Steckdosen verbaut. In der Zwischenzeit wollte ich eigentlich etwas lesen. Naja, es spielte auch ein Kind im Aufenthaltsraum, das mich in das Spiel mit einbezog. Irgendwann gab es dann Essen bei ihnen und mein Handy war voll. Mein Magen dafür schon wieder leer. Also auf die 1,6 km zum Gasthaus zur Wildbahn. Essen war wie schon bekannt klasse, und man wird auch satt von den Portionen. Danach hatte es sich richtig eingeregnet, naja, irgendwann bin ich vom Aufenthaltsraum ins Zelt. Mitten in der Nacht werde ich wach. Der Regen prasselte aufs Zelt. Warum habe ich feuchte Stellen am Körper? Kurz das Licht abgeschaltet. Und gesehen: das ganze Zelt ist von innen her nass. Naja, vielleicht ist es besser, nicht nur bei Amazon zu bestellen, sondern das Zelt auch mal zu imprägnieren. Spätestens nach dem Urlaub werde ich Zeit dafür finden. Heute Morgen zum Frühstück hörte der Regen dann auf. Leider ließ sich der Trockner auf dem Zeltplatz nicht zur Arbeit überreden. Also die feuchten Klamotten und das Boot gepackt und los ging es. Das Erste, was mir auffiel: der Wasserstand war um 5–10 cm höher. Als ich an der ersten Schleuse draußen war, kam ein älteres Pärchen. Ich sprach es an: „Gut, dass ihr da seid, dann kann ich ja wieder ins Boot.“ – „Ne, ihr bedient die Schleuse.“ Es hat wunderbar geklappt. An der nächsten Schleuse standen einige Radfahrer. Ich sprach sie an, ob sie mich schleusen würden. Da rief die Frau: „Man soll die Schleusen wegen dem Wasserstand nicht nutzen.“ Das Boot umtragen wollte sie aber auch nicht. Also gab es eine Kurzanleitung zum Schleusen, und es klappt. Man kann so eine Schleuse auch alleine bedienen, es ist nur aufwändig. Vor der Schleuse raus, Boot festmachen, Schleusentor öffnen, reinfahren, über eine Leiter hochklettern, Schleusentor schließen, Wasserstand anpassen und das andere Tor wieder öffnen, wieder ins Boot klettern und rausfahren. Und dabei immer aufpassen, dass einem das Boot nicht wegschwimmt. Es ging dann auf der Spree weiter Richtung Liepe. Es waren heute angenehm wenige Beiboote unterwegs. Kurz bevor Lübbenau kam, ein Spreewaldkahn nach dem anderen, und die haben Vorfahrt. Nach Lübbenau bin ich auf der Spree geblieben. Nächstes Mal fahre ich wieder den Burg-Lübbener Kanal. Rechts von einem ist gleich ein Deich, wo teilweise der Spreeradweg langgeht. Auf der anderen Seite sind Felder und Wiesen. In Lübben hat die örtliche Schleusenmafia auch ihr Tribut bekommen. Danach ging es gemütlich durch die Natur, rechts und links alte Bäume, teilweise umgestürzt, teilweise ausgehöhlt. In einem war sogar ein Bienennest. Im Gasthaus Peterkampsberg gab es dann erstmal ein späteres Mittagessen. Durch unzählige weitere Schleusen habe ich dann folgende Methode angewendet: Vor der Schleuse raus, Boot festmachen, Schleusentor öffnen, mit einem langen Seil das Boot in die Schleuse ziehen, schleusen und dahinter wieder einsteigen. Dann ging es Richtung Schlepzig. Auf den großen Teichen neben der Spree scheinen sich schon die Gänse und Kraniche zu sammeln. So, wie sich das anhört. Ich bin dann über das Zerniasflies gefahren. Da die Schleuse an der Spree schwer zu bedienen sein soll. In Neu-Lübbenau wollte ich in eine Pension. Leider war kein Platz mehr, es hieß also weiter. Kurz danach kam eine Nutria bis auf 20 cm an das Boot herangeschwommen. Ich hatte noch im Hinterkopf Alt Schadow und hätte nur schon die Daten geben lassen. Aber die Dunkelheit brach langsam herein und nur mit Kopflampe fahre ich nicht auf Gewässern, die ich nicht kenne, im Dunkeln. Zumal mich die Biber heute schon das ein oder andere Mal erschreckt haben. Die haben die Angewohnheit, mit dem Schwanz aufs Wasser zu schlagen, um die Familie zu warnen und Feinde abzuschrecken. Man erschrickt, wenn es plötzlich neben einem platsch macht. Wahrscheinlich liegt mein Boot zu nah am Wasser; der hier macht das öfter. Vielleicht gelingt mir morgen ein Video davon. Kurz vor dem Neuendorfer See war für heute auf dem Wasserwanderrastplatz Feierabend. Im Moment sitze ich auf dem gemauerten Grillplatz und wärme mich an noch vorhandener Glut. Es hat schon etwas Magisches, im Moment ist der Mond sehr hell und der Nebel liegt tief am Boden. So, ich wünsche jetzt eine gute Nacht.


    [1.9.2020, 21:03] Die letzte Nacht war so, dass ich heute gesagt habe: „Ich brauche verdammt nochmal ein normales Bett.“ Nachts um ein Uhr bin ich zitternd im immer noch feuchten Schlafsack aufgewacht. Der Himmel sternenklar und Vollmond. Nachdem ich überlegt habe, was ich machen kann – noch mehr Klamotten anziehen war nicht möglich – stellte ich auf der Toilette fest, dass die Räume beheizt sind. Also bin ich kurzerhand mit Isomatte und Schlafsack in die Dusche gezogen. Um 8:30 weckte mich der, der den Beitrag für den Wasserwanderrastplatz kassierte. Er war verwundert geschaut. Außer mir waren nur noch zwei im Kanadier auf dem Platz. Bis ich loskam, hat es etwa gedauert. Es war auf jeden Fall nach 10. Zuerst war die Spree noch ca. 10–15 m breit. Nach wenigen Minuten weitete sie sich zum Neuendorfer See. Anfangs war ein Fahren nur innerhalb der Betonnung möglich, sonst nur Kraut soweit das Auge reicht. Ab einer Halbinsel rechts war das Kraut weg, dafür kam jetzt der Wind genau von vorne. Ein bisschen Wellen gab es auch. Ab und zu hatte ich das Seewasser auch im Gesicht. Nach einiger Zeit erkannte ich die Ausfahrt vom See. Allerdings sind rechts und links Reusen. Die Durchfahrt war mit weißem Stoff gekennzeichnet. An der Schleuse Alt Schadow war ich leider ein paar Minuten zu spät und musste umtragen. Der Ausstieg war noch unproblematisch. Auf der anderen Seite gibt es nur einige Stufen und einen schlimmen, da wäre das Boot fast gekentert, ohne dass ich drin war. Die Spree windet sich danach größtenteils durch Wiesen und Felder. Die meisten Altarme sind nicht mehr abgeschlossen. Na, jetzt nach Osten ging der Wind nicht mehr wirklich störend. Natur pur, nur zwei anderen Booten bin ich begegnet: einem Kanadier und einem Zweier, der eine angenehme Geschwindigkeit hatte, die ich doch glatt ausnutzte. Auf der Welle ging es einfach. Blöderweise machten sie nach 500 m Pause. Irgendwann kam die Schleuse Kossenblatt in Sicht. Ich dachte mir, probiere doch mal den beschriebenen Bootswagen. Der, der dort liegt, war dann aber doch zu schwer, um alleine bewegt zu werden. Ich nutzte meinen; auf der anderen Seite war alles zu gekrautet und voller Entengrütze. Der Einstieg war auch nicht so einfach. Schleusen wäre definitiv einfacher. Nachdem ich wieder auf dem Wasser war, beunruhigte mich doch etwas, was bei der nächsten Schleuse in der Karte stand: „Schleuse defekt, Wehr immer offen.“ Gedanken wie: „Wie soll das nur klappen?“ gingen mir durch den Kopf. Davor Kahn, aber noch eine Hubbrücke komplett aus Holz. Die in Aktion zu sehen, wäre auch etwas. In Trebatsch angekommen, stellte sich die Situation harmlos dar, da rechts die alte Schleuse war und von Wehr oder dem Gleichen nichts mehr zu sehen. Der Glowersee begrüßte mich schon im Kanal mit Wellen. Kein Wunder, wenn man die Bedeutung des Bootnamens kennt. Mein anderes Boot heißt Ägir, welcher der Gott der Germanen des Meeres ist. Er hat eine Frau, die heißt Ran. Zusammen haben sie neun Töchter, wobei jede eine andere Art von Wellen symbolisiert. Man sagt, dass die beiden gute Feste mit denen feiern, die auf See geblieben sind. Mir war aber erstmal nicht zum Feiern zumute. Nachdem der Glowersee überquert war, ging es in den Leißnitzsee, an dessen Ende eine Seilfähre ist. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Die Fähre wird von Hand rübergezogen. Dabei war das Seil ungefähr auf meiner Kopfhöhe. Als die Fähre rechts angelegt hatte, machte es „Platsch“ und das Seil verschwand im Wasser. Ich dachte zuerst, ich fahre von Tonne zu Tonne, habe es dann aber sein lassen. Da fährt man Zickzack über den See und später auch weiter auf der Spree. Die Spree ist bis Kummerow ca. 90 bis 120 m breit. Danach hört auch die Betonnung auf. Danach wird es wieder enger. Auffällig waren in diesem Bereich die Schwalben, die sogar teilweise ganz kurz auf Wasser tischten. Eine hat sich auch etwas aus meinen Haaren geholt. Ich habe mich ziemlich erschrocken. Irgendwann kamen mir Ruderer aus Beeskow entgegen. Jetzt wusste ich: es kann nicht mehr weit sein. Seit dem Beginn des Glowersees hatte ich Gegenwind. In Beeskow angekommen, fuhr ich noch zum Bootshaus und bekam noch das letzte freie Zimmer. Jetzt hängt die Heizung erstmal mit Klamotten voll zum Trocknen. Während ich erstmal die Bargeld- und Lebensmittelvorräte auffüllte, ging es dann in ein richtiges Bett. Ich wünsche eine gute Nacht.


    [2.9.2020, 20:39] Gestern Abend bin ich noch an der Kirche in Beeskow essen gewesen. Ein ganz kleines, unscheinbares, aber leckeres Lokal. Als ich dann im Bett lag, hat es nicht lange gedauert, und ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Heute Morgen gab es statt eines Frühstücks ein Lunchpaket. Naja, auch gut, zum Glück gab es Kaffee in Kannen. Danach Sachen packen und weiter. Kurz nach dem Start ging es in die Schleuse Beeskow. Sie hat die gleichen Bedingungen wie die in Neukölln. Nach kurzer Zeit lag Beeskow hinter mir, es machte sich erstmal der Geruch frischer Landluft bemerkbar. Zum Glück hielt der Güllegestank nicht lange an. Kurz vor Radinkendorf erhob sich stattlich ein Seeadler vom Baum, und man konnte den Flug eine Weile beobachten. Es ging weiter in Richtung Schleuse Neubrück. Sie ist zwar ganz neu, aber zu meinem Glück war jemand da, der Rasen gemäht hat. Sonst sind die Leitern darin ziemlich heftig. Die Drahensdorfer Spree, die ich nun befuhr, war dadurch interessant, dass die Ufer ziemlich steil und hoch sind. Bis hierhin hatte ich heute nicht ein einziges Boot getroffen. So ging es auch dem, der mir entgegenkam. Wir unterhielten uns erstmal eine halbe Stunde auf dem Wasser. E-Mail-Adressen wurden getauscht, und vielleicht fährt man mal eine Tour zusammen. Beim Spreekilometer 100 wurde erstmal Mittagspause gemacht. Das Boot muss leichter werden. Ich glaube, ich habe gestern doch zu viel eingekauft. An der Stelle ist zwischen der Spree und der Spree oder Wasserstraße nur ein kleiner Übergang von vielleicht 50 m. Etwas später kam ein Wehr, das gut zu umtragen war; es war ein leichter Bootswagen vorhanden. Daran sollte man sich anderswo ein Beispiel nehmen. Dann ging es auf die Fürstenwalder Spree. Trotz dem, dass sie in diesem Teil ein Kanal ist, noch erstaunlich viel Natur da. Der Eisvogel begleitete mich den ganzen Tag, genauso wie Graureiher, die, wenn man sie so beobachtet, beim Starten oder Landen etwas von Drachen haben. Zumindest erinnert mich das daran. Man kann rechts und links noch Altarm erkennen und sich denken, wie die Spree ihre Bögen geflossen ist. Das Schöne ist: alle 100 m ist ein Schild mit dem km-Stand. Das kann auf langen Strecken echt motivieren. Langsam aber sicher näherte ich mich Fürstenwalde. Kurz vor dem Hafen muss mal eine Brücke gestanden haben, zumindest sind die Reste noch da. Danach geht es 500 m an einer 3 m hohen Spundwand entlang. Schon komisch, wenn man seine eigenen Wellen hören kann. Zu diesem Zeitpunkt fing es an zu tröpfeln. Ist ja nicht so schlimm, dachte ich mir. An der Schleuse angekommen, wurde der Regen stärker. Ich musste einen Moment warten, denn es kam das erste und einzige Motorboot des ganzen Tages. Nach der Schleuse hielt ich einen Moment unter einer Brücke. Nach einer Zigarettenlänge ließ der Regen nach. Na gut, dachte ich mir, bis in die Müggelspree schaffe ich es heute noch. Also Zähne zusammenbeißen und weitere 5 km – die wurden verdammt lang. Ich war ernsthaft froh, an der Großen Tränke angekommen zu sein. Vorher Schmerzen schon an den Auflageflächen an den Füßen, und der Arsch meldete sich auch immer wieder. Was mir geholfen hat, war, mich an- und aus dem Boot zu drücken. Kurz hinter der Großen Tränke: die Idee „Berlin ist nicht weit, die Reserve hat Langeweile“. OK, in Hangelsberg ist für heute Feierabend. Morgen geht es dann ausgeruht weiter, mal sehen, wie weit. Irgendwie könnte die Tour noch länger gehen, aber noch ist sie ja nicht vorbei.


    [3.9.2020, 21:32] Guten Abend. Nach einer erholsamen und trockenen Nacht bin ich heute erst ziemlich spät in Hangelsberg losgekommen. Die Spree windet sich durch die Landschaft, es geht von einer Kurve in die nächste. Eigentlich war noch eine Currywurst geplant bei Spree Curry. Da bin ich vorbeigefahren. Aber ein paar Kurven weiter kam Kanu Sport Erkner in Sicht. Mir waren schon die paar Meter davor klar, was ich haben wollte. Die ganzen Tage bin ich mit einer Neopren-Spritzdecke gefahren, durch die irgendwann das Wasser kam, und die Hosen waren nass. Einen Kaffee später hatte ich eine neue dichte Spritzdecke. Es ist echt angenehm, abends mit trockenen Hosen aus dem Boot zu steigen. Mitnehmen hatte ich noch eine Menge kaufen können, aber das wäre dann zu schwer oder zu teuer geworden. Nach einem kurzen Plausch mit einem anderen Paddler, der angeben wollte, welche Strecke er heute paddeln würde (von Hangelsberg bis Erkner), erzählte ich ihm meine bisherige Strecke. Danach herrschte absolute Stille. Als ich wieder auf dem Wasser war, war es heute zwar schon schön, ich würde sagen, es hatte etwas Meditatives: man paddelt, und die Gedanken gehen auf Reisen. Und irgendwann hat man einen Moment, wo alles klar ist. Nach einigen Kilometern verließen mich aber meine Kräfte, vielleicht lag es daran, dass ich heute nur Leitungswasser getrunken habe, vielleicht spielen die letzten Tage auch eine Rolle dabei. Der Arsch tut weh, die Beine verkrampfen, die Stellen, wo die Füße aufliegen, tun weh, wenn sie nicht einschlafen. Egal, aufgeben ist hier keine Option, wobei ich kurz davor war, das Paddel wegzuschmeißen und die Seenotrettungsfackel brennend ins Boot zu schmeißen und nächste Woche einen Dart- oder Schachclub zu suchen. Es ging weiter durch die unberührte Natur von den Orten an der Müggelspree. Sieht man nicht viel außer einer Autobahnbrücke. Ist man alleine. Die leichte Strömung trug mich weiter, die auch ganze Krautansammlungen, Äste und teilweise Baumstümpfe mit sich trug. Ich habe mich etwas treiben lassen. Irgendwann hörte man dann die nahende A10 – eine Brücke, die drei Mal so breit war wie die Spree. Mein Gedanke: „Man, die rechnen ja hier wahrscheinlich mit Hochwasser.“ Kurz dahinter kam der Campingplatz Jägerbude. Naja, wer hier absteigt, ist entweder Hausbootfahrer, obwohl die hier damit nicht herkommen können, oder taub. Ich nahm dann im Lokal trotzdem ein alkoholfreies Bier und einmal Käsespätzle. Das Bier kam sofort. Nach ca. 30 Minuten fragte ich vorsichtig, was mit den Käsespätzle sei. Man hätte sie vergessen, wurde mir mitgeteilt. Irgendwann standen sie dann vor mir. Wieder im Boot ging es mir um Weiten besser. Zwar noch nicht in Topform, aber es ging wieder besser voran. Ich habe trotzdem ruhig weitergemacht. Nach einigen Kurven kam dann Neu Zittau. Die Straße nach Erkner geht eine Weile direkt neben der Spree lang. Die Straße selbst sieht man nicht, aber die Autos hört man. Erkner taucht dann auf der rechten Seite auf. Ich denke, in Gegenrichtung ist davon vielleicht im Winter mehr zu sehen. Ich hoffte nach jeder Kurve: „Da vorne muss doch der Dämeritzsee sein.“ Dann war es soweit: eine Entscheidung musste noch gefällt werden, entweder über den Müggelsee nach Köpenick oder über den Gosener Graben Richtung Schmöckwitz. Da ich die Müggelseerunde dieses Jahr bestimmt schon zwanzig Mal gefahren bin, dachte ich mir: „Mensch, der Gosener Graben ist ja wieder offen.“ Er war lange wegen umgestürzter, gefährdeter Bäume gesperrt. Jetzt ist er wieder offen. Es ist teilweise wie im Spreewald, aber nicht zu empfehlen zu fahren, außer man hat Lust, Meter um Meter durch Kraut zu kämpfen. Teilweise sind auch Äste und halbe Bäume darunter versteckt. Als ich auf den Seddinsee gekommen bin, überlegte ich wie immer: „Wie fährst du heute?“ Ich habe mich hier schon ein paar Mal am rechten Ufer im Dunkeln entlanggehangelt. Heute bin ich aus dem Graben raus und habe genau auf die Landspitze mit dem 25-Schild zugehalten. Dort angekommen ging es Richtung Seddinwall. Eigentlich hätte hier der Tag enden können. Es war bis 30.04. ein Platz vom Landes-Kanu-Verband. Ich habe dann auf die Landspitze dahinter zugehalten. Ich bin am rechten Ufer weiter bis zur Großen Krampe. Es mussten natürlich wieder einige Motorboote rechtzeitig wieder zu Mutti zum Abendessen, dementsprechend sind die auch gefahren. An der Großen Krampe ist seit diesem Jahr ein Wasserwander-Rastplatz. Den habe ich angesteuert. Bis jetzt sehr angenehm. Ich bin allein, bis auf den Fuchs, der gerade in 2 m Entfernung an mir vorbeigelaufen ist, und der kleine Igel, der vor mir sitzt. Nachdem das Zelt stand, habe ich noch zur Feier des Tages die Flasche Champagner geöffnet. Ich habe die Märkische Umfahrt geschafft.


    [4.9.2020, 18:39] Kurz gesagt: die Tour ist vorbei. Ich sitze auf der weichen Couch. Die letzte Nacht war mal wieder nass. So langsam gewöhnt man sich dran. Toll finde ich es trotzdem noch nicht. Als es heute früh losging, merkte ich sehr schnell: das war’s. Der Arsch brannte, die Schultern schmerzten bei jedem Paddelschlag, und jetzt kommen noch die Unterarme dazu. Bis hinter dem Rohr Wall habe ich mich noch gequält. Dann die Überlegung: Wenn ich das Ganze beende, dann hier, sonst sind es zur nächsten Möglichkeit wieder ein paar Kilometer. Zudem wusste ich: der ÖPNV ist hier besser als woanders. Jemand anzurufen zum Abholen ging leider nicht, der Handy-Akku war auch alle, und im Regen wollte ich ihn nicht laden. Also raus, Boot abstellen, noch kurz besprochen mit der Person vor Ort, dass ich im Laufe des Tages komme und das Boot abhole. Dann mit Straßenbahn und S-Bahn nach Tegel, Auto holen, zurück nach Schochwitz und wieder zum Verein. Da angekommen, wurde das Boot noch etwas gesäubert. Insgesamt sind es ca. 290 km geworden. Nächste Woche, wenn ich mich etwas erholt habe, fahre ich auch noch den Rest der Tour, aber es wird in der Mitte ein Wohnwagen zum Übernachten stehen. Die Lust auf Paddeln ist mir aber nicht vergangen.

  • Spree, Dahme und ein bisschen Drama – Drei Tage zwischen Regen und Rückenwind

    Der erste Urlaubstag beginnt früh. Etwas verspätet komme ich im Verein an. Sachen runterbringen hat halt etwas gedauert. Heute bin ich mal Beifahrer – ob das gut geht? Am Innsbrucker Platz wurde rausgefahren. Ein Wort gab das andere. Ich habe dann meine Sachen genommen und bin ins nächste Taxi gestiegen. Erst mal zurück zum Bus. Ärgerlich – was mache ich jetzt? Alle möglichen Szenarien gehen mir durch den Kopf. Ich habe gerade den Bus gestartet, da ruft Daniela an. Ok, ich fahre mit dem Bus nach Beeskow.

    Auf der Fahrt gab es gleich das erste Schwarzweißfoto der Tour. In Beeskow angekommen, ging es schnell ans Boot, die Sachen irgendwie reingeworfen. Noch mal zurück zum Bus gelaufen – was vergessen. Als ich endlich alles hatte, rein ins Wasser. Nach einigen Paddelschlägen wollte ich noch ein Foto machen. Und was fällt ins Wasser? Natürlich die Zigaretten. Na toll, der Tag mag mich wirklich nicht, ich hätte im Bett bleiben sollen.

    Die Spree fließt in dem Bereich ziemlich breit dahin, ich würde schätzen 50–100 Meter breit. Irgendwie paddelt jeder mal mit jedem, und Langeweile kommt nicht auf. Nach ca. 7 km wird die Spree zum See. Das Wetter passt zu dem Tag – grau. Nachdem wir den Schwielowsee gesehen haben, sind wir rechts abgebogen. Vor uns ein Hausboot, welches langsam daherfährt.

    Die Spree wird schmaler, ca. 10–20 m, etwas später fängt es an zu regnen – passt ja. Als wir die Pausenmöglichkeit erreichen, lässt auch der Regen nach. Wir sitzen überdacht, und es gibt selbst ein Dixi mit Toilettenpapier. Davon lieber kein Foto …

    Nach einer gemütlichen Pause geht es weiter. Der Fluss wird an manchen Stellen wieder in sein altes Bett geführt, das bedeutet, er windet sich um so manche Kurve. Über uns kreisen Greifvögel, Libellen fliegen – sehr schön. Nach einer ganzen Weile fällt mir eine Wolke auf – na, ob wir jetzt trocken bleiben? Ich weiß nicht. Es kommt, wie es kommen musste. Es zieht ein Wolkenbruch auf.

    Als es beginnt, stehe ich unter einem Baum. Daniela sehe ich nicht. Elsa und Robert sind kurz hinter mir, genauso wie Johanna. Marcus ist weiter vorne unter einer Brücke, wo Blumenkästen dranhängen.
    Foto?

    Als wir so zusammen im Regen sitzen, komme ich auf die Idee, das Tarp auszuprobieren. Zu zweit schaffen wir es, das Teil über uns auszubreiten. Nun sitzen wir zu viert unter einer grünen Plane und warten den Regen ab. Praktisches Teil. Kommt auf jeden Fall öfter mit, nimmt auch keinen Platz weg im Boot.

    Nachdem der Regen nachgelassen hat, packen wir das Teil erst mal auf Johannas Boot. Unter der Brücke treffen wir uns alle wieder.
    Bild der Brücke

    Weit ist es nicht mehr zur Schleuse Kossenblatt. Wir werden glücklicherweise geschleust, das erspart uns eine Passage mit viel Entengrütze. Die Spree windet sich weiter, Nutrias schwimmen mit uns oder vor uns davon. Im Spreewald sollen sie eine regelrechte Plage sein. Da sind sie absolut nicht scheu. Sie sollen ähnlich wie Kaninchen schmecken.

    Irgendwann gibt Marcus Gas und ist weg, er hat wohl nach 30 km noch genug Kraft. Weg ist er. An der nächsten Schleuse in Alt Schadow angekommen, ist er draußen und überredet den Schleusenwärter, dass er uns noch schleust. Danach geht es noch über den See. Leichtes Kabbelwasser, das schwere Boot und das Gepäck machen sich bei mir bemerkbar.

    Am Strand angekommen, hat sich Elsa erst mal um die Anmeldung gekümmert. Daniela ist los zum Restaurant und hat erst mal schnell für die meisten Schnitzel bestellt – kurz vor Küchenschluss angekommen. Danach erst mal Zelte aufbauen und dann noch etwas draußen sitzen.
    Bild Kerzen

    Dann ging es schnell ins Zelt, welches der Wind in der Nacht ziemlich gerüttelt hat.


    Tag 2

    Früh werde ich wach, irgendwie schlafen die meisten noch – bis auf die Enten.
    Bild Enten

    Na ja, das Kaffeekochen dauert durch den vorhandenen Wind etwas länger als gewöhnlich. Versteckt hinter einem Baum, der als Windschutz dient, funktioniert es am Ende doch. Irgendwie brauchen wir heute alle etwas mehr Zeit, bis wir loskommen. Brötchen und Belag gibt es am Kiosk. Irgendwann brechen wir doch auf.

    Der Wind ist gegen uns. Ich fahre als Letzter los, sehe, dass der Wind schräg von vorne kommt, aber die Wellen auf der anderen Uferseite parallel zum Ufer laufen. Probiere ich’s doch mal. Es funktioniert ganz gut – gleich noch mal. Man wird richtig schnell auf dem Wasser.

    Nach dem See geht die Spree klein weiter. Wir kommen am Wasserwanderrastplatz vorbei, wo ich schon mal auf der Toilette übernachtete – aber das ist eine andere Geschichte. Wir entdecken noch eine Flasche und hoffen, dass es eine Flaschenpost ist. Leider stellt sie sich als leer heraus.

    Am Vortag hatten wir schon gehört, dass wir die Doppelschleuse in Leibsch umtragen müssten. Als wir sie erreichten, war die Überraschung groß, dass jemand mit einem großen Bolzenschneider oder eher einer Metallsäge sich daran zu schaffen gemacht hat. Wer hat so etwas denn im Boot mit? Ich bin ausgestiegen und habe die Schleuse bedient, während die anderen freundlicherweise mein Boot auf dem Wasserweg mitnahmen.
    Bilder davon …

    So, hier verlassen wir jetzt die Spree, die hier vom Spreewald kommend weiter Richtung Beeskow fließt. Jetzt sind wir auf dem Dahme-Umflutkanal. Teilweise steht das Wasser, dementsprechend riecht es auch. Der Kanal ist ca. 20 m breit, und eigentlich merkt man nicht mehr, dass man auf einem Kanal unterwegs ist. Rechts und links Wiesen und Felder und Sträucher, die gerne als Wegzehrung benutzt werden können. Vielleicht ja das nächste Mal als reine Selbstversorgertour, ohne etwas dabei zu haben. Das wäre zur richtigen Jahreszeit bestimmt machbar …

    Irgendwann sieht man links die Köthener Berge. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Köthener See. Jetzt könnte man links abbiegen und dann zum Tropical Island weiterfahren. Ja, Sauna hätte was – aber nicht heute. Es geht links an der Insel vorbei. Von der Jugendherberge sieht man nichts, die versteckt sich hinter der Insel, und nach Kurzem geht’s rechts weiter.

    Das kommende Stück finde ich immer am schlimmsten. Lange Geradeausstrecken, kein Schatten, links und rechts nur ziemlich lichter Nadelwald. Irgendwie quäle ich mich immer auf diesem Stück. Irgendwann kommt doch zum Glück das erste Wehr von Märkisch Buchholz in Sicht – noch das einfache. Die Boote wurden auf den schweren Wagen gelegt und auf die andere Seite gezogen. Alleine wird das bestimmt nichts, da ist Tragen angesagt.

    Nach nur 700 m geht es wieder raus. Das Kaskadenwehr fällt nur 9 m runter.
    Foto vom Wehr

    Das Umtragen mit dem Wagen gestaltet sich schwierig. Der Wagen ist schwer, unhandlich, und die Seilwinde einfach zu langsam, und die Bremse funktioniert auch nicht wirklich. Trotzdem schaffen wir es auf die andere Seite.

    Von Märkisch Buchholz sieht man selbst – bis auf die Brücke und, wie soll es anders sein, die Kirche – nicht viel. Kurz hinter dem Dorf machen wir eine kleine Rast. Die wird, da wir spät dran sind, auf dem Wasser abgehalten. Danach geht es vorbei an weiteren Biberburgen und schilfgesäumten Ufern Richtung Prieros. Wir sind gefühlt ganz alleine auf dem Wasser unterwegs.

    Wir passieren noch eine Stelle, wo früher Pontonbrücken trainieren durften. Die Stelle, wo Panzer zu DDR-Zeiten hier durchfuhren, ist nicht mehr zu finden, soll aber auf Höhe Dahme-km 32 sein. Die Gruppe fährt ziemlich weit auseinander.

    Am nächsten See wartet Johanna, und irgendwie hat mich mein Gefühl getäuscht. Ich hatte die nächste Schleuse direkt hinter dem See im Kopf. Ich war letztes Mal wohl etwas abgelenkt von dem Gespräch mit den Leuten im Faltboot. Trotzdem ist es nicht mehr weit.

    An der Bootschleppe wartet schon Markus auf uns und hilft, die Boote auf die andere Seite zu bringen. Noch einmal kurz ins Boot und rüber auf die andere Seite, und der Campingplatz ist erreicht. Nachdem ich mich angemeldet habe, organisiere ich erst mal ein Taxi, welches mich zum Bus nach Beeskow bringt.

    Vielleicht beschreibt jemand anderes den Abend?

    Als ich zurück bin, trinke ich noch schnell zwei Bier und denke: Na, das bietet sich doch an, das Handy aufzuladen. Dabei schlafe ich im gemütlichen Bett im Bus ein.

    Als ich aufwache, stehen drüben im Wald, ca. 50 m neben mir, Rehe. Nachdem ich meine erste Kanne Kaffee gekocht habe und ansprechbar bin, entschließen sich Markus und ich, für Brötchen zu sorgen. Leider hatte der Bäcker, den Google zeigt, geschlossen. Bei Edeka gab es dann alles fürs Frühstück.

    Wir sitzen dann zusammen an einem großen überdachten Holztisch und haben gemeinsam gefrühstückt und die Flaschenpost geschrieben.
    Foto von der Flaschenpost?

    Nachdem die nächste Kanne Kaffee leer ist, geht’s langsam aufs Wasser. Ich wieder als Letzter. Als ich ca. 500 m gepaddelt bin, stelle ich fest, was wir vergessen haben: die Flaschenpost. Außerdem steht noch ein Kaffeebecher auf dem Tisch. In Prieros hole ich die anderen nicht mehr ein.

    Die Häuser mit den Gärten am Wasser sind wie immer schön anzusehen. Wobei – wollte ich, dass mir jeder aufs Grundstück schauen kann? Beim Paddeln durch den Ort geht mir Fontane durch den Kopf. Bis hierhin hat er es mit der „Sphinx von Köpenick“ aus in zwei Tagen geschafft.

    Am Ortsende warten die anderen auf mich. Danach geht es auf den nächsten See. Der Wind ärgert mich schon wieder. Nahe der Insel wird die Flaschenpost zu Wasser gelassen.
    Foto davon …

    Irgendwie bin ich froh, als das Ende des Sees in Sicht kommt. Nach einigen hundert Metern kommt von hinten der Ruf: „Halt!“ Da ist ein Strandbad, dort gibt es wahrscheinlich Eis. Es wird gemeinsam entschieden auszusteigen. Das Eis schmeckt ganz gut.

    Mir geht durch den Kopf, dass es ein ziemlich langer Tag für mich wird (ich fahre noch bis Kassel in den Urlaub heute), wenn ich noch weiter paddle. Nach reiflicher Überlegung und Rücksprache mit den anderen bestelle ich mir mal wieder ein Taxi, und die Fahrt ist für mich zu Ende.

    Es waren drei schöne, spannende Tage.

  • Das Ziel war die Nacht – Sternschnuppen über der Havel

    DieHier ist dein Text nur in Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung korrigiert, ohne inhaltliche Änderungen oder Kürzungen:


    Diesmal war das Ziel etwas anders. Normalerweise will man ja einen See oder Fluss befahren oder einen bestimmten Punkt oder Ort erreichen, aber diesmal war das Ziel die Nacht.

    Wir (Daniela, Elsa + Schwester (ich will den Namen nicht falsch schreiben), Vida und ich) trafen uns früh um 10 Uhr im Verein. Erst mal hieß es, den Anhänger von der Wiese zu befreien. Zum Glück lagen auf diesem schon ein paar Boote, die nur darauf warteten, festgemacht zu werden. Den Rest der Boote verteilten wir dahin, wo Platz war. Als das erledigt war, ging es los.

    Auf dem Weg nach Gülpen lief im Auto das Hörbuch „Unter uns Meer“. Kurz vor dem Ziel wurde in Rhinow bei Edeka noch schnell eingekauft. In Gülpen angekommen versperrte uns eine Schranke den Zugang zum Biwakplatz. Mit dem vorhandenen Radmutternschlüssel ließ sie sich dann öffnen. Warum soll man nicht auf eine Wiese fahren? Na ja, während wir die Boote abluden, kam jemand, der sich beschwerte, wie wir denn einfach auf die Wiese fahren könnten. Das wäre Naturschutzgebiet, und es gäbe doch auf der anderen Seite die Möglichkeit, die Boote bei der Brücke ins Wasser zu lassen.

    Die Möglichkeit hatte ich mir vorher angesehen, und ich denke, da wieder rauszukommen, wäre schwierig geworden. Also den Rückwärtsgang rein und rückwärts wieder raus. Als ich es fast geschafft hatte, sagte der, der gerade noch gemeckert hatte, ich solle vorwärts durch einen kleinen Weg fahren. Da ich ihn nicht verärgern wollte, wurde das Angebot angenommen, und am Parkplatz des Biwakplatzes das Auto abgestellt.

    Nachdem wir uns etwas akklimatisiert hatten, ging es aufs Wasser. Zuerst unter der besagten Brücke durch, gegen den Wind und minimale Strömung. Die Havel windet sich dort durch Felder und Wiesen. Da man etwas tiefer als die Umgebung ist, sieht man von der Landschaft relativ wenig. Einige größere Greifvögel sah man ab und zu auf Bäumen oder über Feldern fliegen.

    Kurz vor Molkenberg fuhren wir dann durch Sachsen-Anhalt. Das Wehr Molkenberg war zwar noch zu erkennen, aber vorhanden war es schon lange Zeit nicht mehr. Bevor wir die Havel erreichten, sahen wir schon einige Zeit Bagger auf der rechten Seite. Als wir die „echte Havel“ erreichten, fuhren wir rechts herum Richtung der Bagger. Die Havel verbreiterte sich auf eine Breite von ca. 90 m, es war also genug Platz zum Ausweichen. Die Bagger arbeiteten an der Uferbefestigung.

    Ein Stück weiter konnte man dann rechter Hand in der Nähe den Kirchturm von Gülpen sehen. Laufen wäre kürzer gewesen als die Strecke, die wir gepaddelt sind. Danach kündigte sich die Schleuse in Garz an. Als wir alle zusammen waren, öffnete sie sich, und wir fuhren mit einigen Motorbooten hinein. Klar, die Schleuse hatte schon bessere Zeiten gesehen. Das zeigte sich daran, dass man an der rechten Seite nicht mehr festmachen durfte, aber trotzdem schön.

    Ich wurde von einer Bootsbesatzung als Trainer gehalten. Wir fuhren als Erste aus der Schleuse. Unten kam uns auch mal ein etwas größeres Schiff entgegen. Nach einigen Wellen von den überholenden Booten, die echt Spaß gemacht haben, ging es weiter. Ein Hausboot gesellte sich auch noch dazu, die müssen in einem Altarm auf der linken Seite hinter der Schleuse gestanden haben. Ich nutzte den Moment und fuhr eine gewisse Zeit auf der Welle mit. Als es dann kurz vor Strohne wieder rechts einen Bagger gab, ließ ich sie weiterfahren.

    An der nördlichen Mündung der Gülpener Havel wurde dann auch die Flaschenpost weitergeschickt, die wir auf der Elbe gefunden hatten. Vielleicht ist sie jetzt schon wieder auf der Elbe oder sogar schon in der Nordsee. In Strohne machten wir dann eine Pause, und es gab Eis. Zum Glück musste man dafür nicht anrufen. Als ich vor einiger Zeit da war und abends etwas zu essen haben wollte, sagte man mir, das ginge nicht, das hätte ich anrufen müssen.

    Danach ging es jetzt gegen die Strömung, welche nicht so stark war, weiter. Wir fuhren direkt auf ein Wehr zu, und kurz davor mussten wir links abbiegen. Das Wasser rauschte ganz schön. Kurz danach erreichten wir die Mündung des Rhins in die Havel, welche ganz unscheinbar war.

    Nach einiger Zeit erreichten wir ein Wehr mit einer Kahnschleuse, welche leider defekt war, und so mussten wir die Boote umtragen. Es scheint wohl nicht das erste Mal zu sein, dass die Schleuse defekt war, wie ein Zettel in ziemlich angepisstem Ton verdeutlichte. Wir nutzten die Gelegenheit, saßen herum, genossen den Augenblick, den Ausblick usw.

    Als wir wieder auf dem Wasser waren, waren es nur noch ein paar Meter, und wir hatten die Rundtour erfolgreich beendet. Nachdem wir angekommen waren, gingen wir erst mal zum Bus. Elsa und ihre Schwester kümmerten sich darum, dass der Grill angemacht wurde. Wir nahmen das Beiboot vom Anhänger und beluden es mit den ganzen Sachen aus dem Kofferraum.

    Dabei gab es noch Ärger mit zwei Leuten, die ihren VW-Bus neben dem Anhänger parkten und nun schräg standen. Und ich sollte nun woanders hinfahren, damit sie gerade stehen können. Ich habe dann auf den Wohnmobilstellplatz hingewiesen. Für mich war damit die Diskussion beendet. Er regte sich noch weiter auf. Egal – ab mit dem Beiboot auf den Biwakplatz.

    Während die Kohle für den Grill durchbrannte, wurden Zelte aufgebaut. Danach gab es lecker Essen vom Grill, und es wurde langsam dunkel. Feuer durfte natürlich nicht gemacht werden, das geht ja gar nicht. Die Spannung stieg, wann man die erste Sternschnuppe sehen konnte. Irgendwann hat eigentlich jeder eine gesehen. Gegen 01 Uhr bin ich unterm Sternenzelt eingeschlafen.

    Am nächsten Morgen war zum Glück noch genug Hitze auf der Feuerstelle, dass der Kaffee darauf gekocht werden konnte. Nach dem Frühstück wurden die Boote wieder geladen, und es ging durch einige interessante Orte wie Stölln und Ribbeck wieder zurück zum Verein.

    15 15

  • Hallo

    Noch ganz neu es wird in der nächsten zeit noch vieleänderungen geben…