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Schnee im Gepäck

Morgens wachte ich auf und wollte ja im Vulkan frühstücken. Auf dem Weg dorthin lag noch ein Biedronka. Jetzt habe ich einen zweiten Pfeifkessel, der auf den Spirituskocher passt, und einen kleinen Wasserkocher für unterwegs. Danach sollte es eigentlich auf den Parkplatz im Vulkan gehen – leider stand ich beim ersten Parkplatz vor verschlossenen Toren. Also ab zu dem, den ich gestern Abend ansteuern wollte.

Ich kam bis zur Einfahrt, danach ging es noch einmal steil bergauf und oben lagen zwei wirklich große Steine. Ich versuchte mein Glück und rutschte rückwärts wieder hinunter. Es fühlt sich so seltsam an, nicht zu bremsen, damit ich lenken kann. Ärgerlich, aber jetzt nicht zu ändern. Mit Schwung erreiche ich hier nichts außer einem kaputten Auto und einer Menge Kopfschmerzen.

Okay, ich hatte ja noch mehr herausgesucht, was mich hier im Land der Vulkane interessiert. Nur ein paar Mal abgebogen und ich war am Ziel. Seht selbst:





Zuerst machte ich ein kleines Frühstück und probierte aus, ob der Wechselrichter im Bus stark genug ist, 2200 W abzugeben und damit im Notfall den Wasserkocher zu betreiben. Ja, er ist es – wenn die Sonne scheint oder der Motor läuft. Gut zu wissen.

Danach schnappte ich mir den Rucksack und zog los. Darin war nur etwas zu trinken und zur Sicherheit die Steigeisen. Der Weg war eigentlich einfach, nur der Wind störte – er wehte in Sturmstärke, fühlte sich mit der Kälte etwa wie –20 °C an. Im Wald kam mir dann ein Pärchen entgegen und wir unterhielten uns kurz auf Englisch. Er sagte mir noch: „Seien Sie vorsichtig, es ist auf dem Weg zum Gipfel ziemlich glatt.“

Als ich an das kleine Geröllfeld kam, legte ich die Steigeisen an. Vielleicht etwas Overkill, aber sicher ist sicher, zumal mein Knie noch nicht ganz fit ist. Etwas weiter waren Stufen in den Stein gehauen. Mir fiel auf, dass nur Abdrücke von Turnschuhen zu sehen waren – klar, damit ist es verdammt glatt.

Diesmal waren es nur 250 Höhenmeter und es ging schon besser. Ich musste nicht einmal anhalten. Ich werde wohl langsam wieder richtig fit. Oben angekommen genoss ich die Aussicht, trank noch einen Kaffee, schoss ein paar Fotos und dann ging es wieder runter. Nicht lange, und ich war unten.

Was nun? Ich muss langsam nach Norden. Inzwischen waren die Straßen fast perfekt geräumt. Ich versuchte noch, ein Museum zu besichtigen, aber das hatte leider geschlossen. Auf dem Weg nach Legnica war der Schnee dann komplett weg. Durch die Stadt ging es zuerst vorbei am Kupferwerk und dann durch die doch ganz ansehnliche Innenstadt. Danach ging es mal wieder auf die S3 – eine wunderbar ausgebaute Autobahn, auf der man entspannt fahren kann, nicht wie hier sonst.

Ungefähr auf Höhe Lubin setzte dann wieder Schneefall ein. Noch war das Fahren angenehm. Unschön wurde es in Zielona Góra, wo ich dann die Autobahn verließ. Ich konnte das Wetter und die Straßenverhältnisse nicht richtig einschätzen. Ich tankte noch und fuhr über Landstraßen weiter Richtung Frankfurt (Oder). Ich wusste, ich muss weiter runter, die Temperaturen lagen so um 0 °C. Aber der Winterdienst war ständig unterwegs und streute ohne Ende. Ich dachte, dass die Oder hier vielleicht eine natürliche Wettergrenze ist – und so war es auch. Sobald ich über sie gefahren bin, wurde es besser.

Ich fuhr und fuhr. Irgendwann sah ich einen Parkplatz – okay, das wird mein Ziel für heute. Hier bleibe ich. Nachdem ich etwas gegessen hatte, war dann auch schnell Nachtruhe. Solche Tage schlauchen, auch wenn sie schön sind.

Nachts hörte ich dann noch Fahrzeuge vom Winterdienst. Heute Morgen war dann wieder einmal alles weiß – diesmal nur 2 cm. Okay, das geht ja noch. Nur war unter dem Schnee natürlich Eis, also nicht so angenehm. Zuerst machte ich ein kleines Frühstück, dann versuchte ich, den kleinen Hügel zur geräumten Straße hochzukommen. Keine Chance. Die Räder drehten durch. Langsam nerven diese Reifen.

Ich versuchte es mehrmals. Vorwärts, rückwärts. Am Ende zog ich zum ersten Mal auf dieser Reise die Schneeketten auf – und damit war die Straße ganz einfach zu erreichen. In der nächsten Bushaltestelle, die 100 m weiter war, machte ich sie wieder ab. Überraschenderweise war ich nach nur 15 Minuten schon in Słubice. Dort gab es noch einmal einen Kaffee – den konnte ich gut gebrauchen.

Mich erreichten schon Nachrichten aus Berlin, dass es dort schneit. Wie sehr das stimmt, sah ich nach der Stadtbrücke. Drüben waren die Hauptstraßen perfekt geräumt. Hier: nichts gemacht. Wahrscheinlich müssen die Winterdienstmitarbeiter ihre gesetzliche Pause machen oder was auch immer.

Ich wollte eigentlich über die B5 fahren – kein Durchkommen, alles zugeschneit. Okay, dann kämpfe ich mich zur Autobahn durch. Dort das gleiche Bild.

Auf der Gegenspur gab es dann den ersten Unfall bei km 42. Kurz darauf sah ich, wie ein Sprinter in die Mittelleitplanke fuhr und zerstört stehen blieb. Okay, ich fahre vorsichtig. Erst einmal bis zum Berliner Ring. Auch hier nichts gemacht. Weiter Richtung Norden.

Ich dachte mir schon, dass die Rüdersdorfer Brücke zum Problem werden könnte – und es kam genau so. Ich fuhr rechtzeitig auf den Parkplatz davor und nutzte die 90 Minuten Wartezeit, um das Bild oben mit ChatGPT zu erstellen und nach neuen Reifen zu suchen. Genau weiß ich noch nicht, welche es werden, aber wahrscheinlich ist es Montag soweit. Ich fahre in der Woche 770 km zur Arbeit und zurück – da muss ich mich darauf verlassen können.

Nach der Wartezeit sah ich das erste Räumfahrzeug und folgte ihm, bis ich die Autobahn verließ. Leider war die Tour dann viel zu schnell wieder vorbei. Aber gut – die nächste kommt bestimmt. Wann ich es wieder in die Berge schaffe, weiß ich noch nicht. Die nächste Zeit bis Mai werde ich im Norden Deutschlands verbringen. Möglicherweise gibt es da auch das ein oder andere zu berichten. Bleibt gespannt.

Als Abschied dachte ich mir, ich bringe euch aus dem Urlaub etwas Schnee mit, damit ihr auch etwas davon habt. Genießt ihn, solange er schön ist.

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