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Unterwegs an der Oder – Auf den Spuren der Geschichte: Führerbunker Riese

Ich in Unterwegs…

Eigentlich war mein Plan, gestern Abend nach dem Dienst loszufahren. Leider hatte ich es die Woche noch nicht geschafft, meinen Pass abzuholen. Also habe ich den gestrigen Abend mit Ein- und Ausräumen des Autos verbracht. Dabei ist es doch ziemlich spät geworden. Um sieben Uhr früh war ich wieder wach. Gegen acht Uhr dreißig startete ich den Motor des Taxis. Erstmal noch tanken, aber nur so viel, dass ich ins Nachbarland komme, dann nach Pankow ins Rathaus, den Pass holen, und dann ging es endlich wirklich los. Unterwegs habe ich schon überlegt, was ich vergessen haben könnte. Das wird mir bestimmt noch auffallen. Ich habe dem Navi erstmal als grobes Ziel die Oderquelle gegeben. Dabei wurde ihm verboten, über Autobahn und Mautstraßen zu fahren. Sagen wir mal so: Google ist da strenger. Irgendwie wollte mich das Teil quer durch Berlin schicken. Ich bin dann die 158 raus und dann weiter nach Müncheberg. Gegen Mittag wurde Frankfurt an der Oder erreicht. An den unsanierten Plattenbauten hing noch die DDR-Flagge, vielleicht etwas viel Nostalgie. Auf der Brücke über die Oder war das erste Mal Stau, deswegen war zu erkennen, dass es wenig Wasser gibt. Das Radio spielte passenderweise in diesem Moment Deutschland im Herbst von den Onkelz.

Slubice gefällt mir persönlich besser. Ich versuchte noch, Geld an einer Tankstelle abzuheben, was irgendwie nicht klappte. Mal sehen, was daraus wird. Etwas weiter stockte ich den Vorrat an Zigaretten erstmal auf. Dann ging es erst auf eine gut ausgebaute Landstraße und irgendwann auf eine Autobahn. Gut für 150 km, ganz in Ordnung. Nur das Lustige war, dass an der Seite Schilder standen: „Nächster McDonald’s in 80 km“. Mal eben schnell zu McDonald’s ist da nicht. Auf der Autobahn habe ich es ruhig angehen lassen, Tempomat 110.

Gegen 14:30 zeigten sich die ersten Berge am Horizont. Ein Lächeln erfasste mein Gesicht. 20 km vor Waldenburg wurde erstmal der Tank aufgefüllt. Mir reichte es, ab auf die Nebenstraße, 20 km durch kleine Dörfer. Nachdem ich durch den letzten Ort war, fiel mir ein: Hier in der Nähe gibt es doch etwas, das mich schon immer interessierte – das Führerhauptquartier Riese. Also kurz rechts rangefahren, den genauen Ort rausgesucht und ins Navi eingegeben. Ist ja kein Muss, heute bis zur Oderquelle zu kommen.

Gegen 16:30 erreichte ich das Objekt, welches gleichzeitig Touristeninformation ist. Nach einer kurzen Nachfrage stellte sich heraus, dass die nächste Führung in 15 Minuten beginnt. Na, das ist doch klasse. Auch wenn sie nur auf Polnisch war, war es ziemlich interessant, auch mit Licht- und Toninstallation, die bestimmte Momente im Stollen sehr deutlich machte.

Als die Führung nach anderthalb Stunden endete, war die Frage: Wo bleibe ich heute? In der Nähe ist noch ein Objekt, wo Flugscheiben entwickelt worden sein sollen. Interessant, da fahre ich hin. Naja, auf dem Weg dahin kam ich durch ein Skigebiet. Die Aussicht war umwerfend, und nachdem ich mich umgeschaut hatte, sah ich an einer Stelle doch ein Wohnmobil. Hier bleibe ich für heute und vernichte noch die Sachen, die ich bei Mitte Meer gerettet habe, und warte auf die Sternschnuppen, die heute kommen sollen.

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