Warriors of the World
Ich hatte ja letztens geschrieben, dass ich etwas länger wegen Lehrgängen nicht reisen kann. Naja, so ganz stimmt das ja nicht. Selbst bei einem Lehrgang kann man das Beste daraus machen und die Zeit an einem anderen Ort wunderbar nutzen.
Am 25.01. ging es das erste Mal nach Franken (Bayern). Ich weiß, die Franken hören es nicht gerne, dass sie Bayern sind. Die erste Woche war durch ergiebigen Schneefall geprägt, sodass ich Erkundungen der Gegend erst einmal hinten angestellt habe, da mein Basecamp im Moment auf einem Berg liegt. Also nutzte ich die Tage im Simulator und lernte abends etwas. Viele Sachen waren mir aus den letzten Jahren bekannt. Ich gehe jetzt nicht näher auf das ein, was ich hier mache.
Irgendwann waren dann die Straßen geräumt und ich fuhr das erste Mal runter, kaufte ein paar Lebensmittel ein und verbrachte die Woche bis Freitag nachmittags weiterhin auf dem Berg. Freitag trieb es mich dann endlich mal Richtung Schweinfurt, aber wirklich überspringen wollte der Funke nicht. Okay, dann zurück – hier habe ich ein Bett und einen Wasserkocher. Klar, ich könnte auch das Taxi nutzen, aber irgendwie war mir nicht danach.
Am Samstag nutzte ich den wärmeren Tag, um endlich mal wieder einen kleinen Klettersteig zu gehen, der nur 20 Minuten von hier entfernt war. Der Zustieg war anstrengender und rutschiger als der eigentliche Steig.
Oben angekommen sah ich noch einen Mann, der mir vorher schon aufgefallen war. So wusste ich, ich bin nicht der Einzige mit solchen Ideen. Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile und ich ging anschließend noch zu einer Grotte namens Lourdes, die ein Soldat dort errichtete, nachdem er Mitte der 50er-Jahre bei der Soldatenwallfahrt mitgemacht hatte. Da ich letzte Woche erst ein Gespräch darüber hatte, bei dem jemand vor einigen Jahren dort war, war ich natürlich sehr daran interessiert. Vielleicht soll das ein Zeichen sein?
Danach ging es durch die Weinberge zurück zur Hütte, wo ich noch ein Wasser trank, mich nett unterhielt und einen Tipp fürs Abendessen bekam. Leider hatte das Restaurant keine freien Plätze. Ich schlenderte noch etwas durch den Ort und fuhr dann zurück zum Basecamp. Vorher holte ich mir noch etwas Grünes zum Essen. Dann fiel ich ziemlich erschöpft ins Bett.





Den Sonntag nutzte ich, um das Taxi auszuräumen und Sachen neu zu ordnen. Ja, das kam in den letzten Wochen etwas zu kurz. Ich nutzte den freien Parkplatz und räumte wirklich alles aus. Jetzt ist er wieder so eingerichtet, dass ich das Bett jederzeit nutzen kann und weiß, wo was ist.
Dann kam mir der Gedanke: Ich muss etwas ändern. Ich kann nicht jeden Nachmittag nach 16 Uhr nur hier rumsitzen. Ich hatte mir bei Google Maps vorher schon einige Sachen in der Nähe rausgesucht, die für mich interessant sind. Der Plan ist jetzt, jeden Tag bis zum Sonnenuntergang etwas anzuschauen und zu machen.
Montag
Ging es dann also um 16 Uhr los. Als erstes Ziel suchte ich mir die Strecke 46 heraus. Es ist eine Autobahn von 70 km Länge, die nie fertiggestellt wurde. Später baute man parallel die Autobahn A7. Ich zitiere mal die Seite strecke46.de:
„Erklärtes Ziel der Streckenplanung war es, dem Autofahrer ein Erleben und Genießen der ‚Schönheiten der deutschen Landschaft‘ zu ermöglichen. Aussichten auf die Burgruine Homburg, den Spessart und die Rhön waren daher wichtiger als eine direkte Streckenführung. Auf Rastanlagen sollte der Reisende in ansprechender Umgebung verweilen können.“
Das wäre ja eigentlich auch etwas für mich. Warum immer nur stur von Start zum Ziel? Ich mag es ja auch, unterwegs Sachen zu sehen. Auf jeden Fall nutzte ich die Zeit, um mir einige Bauwerke anzusehen.

Dienstag
Während der Fahrt heute wurde ich auf eine Burg aufmerksam gemacht. Ich schaute mir dann die Webseite an und stellte fest, dass sie leider bis Mai geschlossen war – also wurde das heute nicht mein Ziel. Aber auf der anderen Seite des Truppenübungsplatzes, das war interessant. Okay, es schneite zwar schon wieder, aber das sollte mich nicht zu sehr stören, nachdem die Winterreifen ja jetzt neu sind.
Da über den Platz zu fahren keine Option war, ging es für mich außen herum. Das letzte Stück Straße ging es wieder einmal schön bergauf. Ich war auf dem Parkplatz komplett alleine. Ich würde hier auch über Nacht mit dem Taxi stehen, da ich aber um 06:45 Uhr wieder komplett fit auf dem Lehrgang sein muss, ist das leider keine Option.
Zuerst sah ich mir die Streckenführung der Strecke 46 an, die so lag, dass die Burg schön zu sehen gewesen wäre. Dann ging ich die paar hundert Meter in die Burganlage. Fast alles war offen und erinnerte mich sehr an Orval in Belgien – einen Ort mit angenehmer Stimmung. Ich trieb mich bis nach dem Sonnenuntergang in der Burg herum und fand viele interessante Details. Ab und zu lichtete sich auch der Schneefall und man hatte schöne Ausblicke auf die Umgebung.
Ich stellte dann noch fest, dass die Band Feuerschwanz ihr Musikvideo zu dem gecoverten Lied von Manowar „Warriors of the World“ hier aufgenommen hat. Na, wenn das nicht passend ist – an einem Ort, an dem Soldaten aus aller Welt trainieren.
Als es dunkel war, fuhr ich zurück. Dabei ging mir durch den Kopf, dass die Gegend ein bisschen an Teile der Slowakei erinnert. Dann besorgte ich mir noch einen großen Salat und jetzt habe ich den Bericht geschrieben. Morgen geht’s wieder früh weiter.








Ich weiß, dass ich irgendwie anders schreibe als im Urlaub, aber ich hoffe, es gefällt trotzdem. Ab jetzt gibt es wieder öfter Updates. Ich halte euch auf dem Laufenden.