Basecamp erreicht
Die Nacht an der Stahlhütte war leider doch nicht so ruhig, wie wir gehofft hatten.


Aber es gibt Schlimmeres. Noch vor Sonnenaufgang war ich draußen und habe bei minus vier Grad Kaffee gekocht. Als die Sonne dann da war, ging es los – zuerst durch die langgezogene Ortschaft. Irgendwann stellte ich fest, dass das Wischwasser eingefroren war. Also der nächste Stopp: eine Tankstelle, wo ich etwas gekauft habe, das besser zu den hier herrschenden Temperaturen passt.
Durch schöne Dörfer ging es weiter. Als Ziel hatte ich „Quelle“ in der Slowakei ins Navi eingegeben. Es kam, wie es kommen musste: Zuerst leitete es mich in eine Straße, die vom 01.11. bis 31.03. gesperrt ist. Da sie zudem sehr vereist war, fuhr ich sie lieber nicht. Kurz danach wollte mich das Navi natürlich auf eine Mautstraße schicken. Kurz vor der Auffahrt bemerkte ich den Fehler zum Glück noch und setzte zurück.
Über eine kleine Straße erreichte ich dann doch die Grenze. Ganz unspektakulär ging es in die Slowakei. Ich musste noch etwa eineinhalb Stunden fahren, bis ich mein erstes Ziel erreicht hatte. Nachdem ich geparkt hatte, ging es noch rund zwei Kilometer zu Fuß weiter – und dann war ich dort. Das Wasser hatte etwa 25 Grad und es gab viele Terrassen, die natürlich vereist waren.
Ein klein wenig erinnerte mich der Ort an Berca, nur dass die Landschaft hier anders war und kein Schlamm austrat. Interessant waren die Steine vor Ort: Bimsstein, der natürlich auf einen längst erloschenen Vulkan hinweist. Wahrscheinlich gefiel mir dieser Ort genau deshalb so gut.






Nach langer zeit war ich wieder am zurück am auto. Na was mache ich denn jetzt. Auf der karte Viel mir dann auf das nicht ganz so weit nur eine stunde weiter ein platz mit klettersteigen ist. Da fuhr ich hin und verbrachte bis die sonne hinter den nächsten berg verschwand die zeit damit am seil hoch und runterzusteigen mich auf einer bank im fels auszuruhen und einer 2 hängebrücken zu kraxeln. Ganz alleine war ich auch nicht und es fühlte sich nicht wie ende Dezember an eher wie frühling.








Als ich wieder unten war, stellte sich die Frage: Wohin – und wo schlafe ich heute? Ich dachte mir, als Belohnung für die körperliche Aktivität könnte ein Bad in einer heißen Quelle ganz gut sein. Einmal für die Muskeln und außerdem für die vom Kalkstein beanspruchten Hände – schließlich war ich drei bis vier Stunden am Berg „spielen“.
Zuerst suchte ich mir allerdings die falsche Quelle als Ziel aus. Ich fuhr größtenteils über einen sehr schmalen Pass und wahrscheinlich eine Holzfällerstraße dorthin und wurde ordentlich durchgeschüttelt. Zwischendurch hatte ich dabei auch zum ersten Mal seit Langem wieder Schnee unter den Rädern. Im Ort angekommen, ging es weiter – doch irgendwann kam ein Schild mit Halteverbotszone. Da wusste ich: Das könnte problematisch werden. Kurz darauf stand ich vor einer Schranke.
Okay, dann fahre ich eben die 30 Kilometer weiter zu der Quelle, die ich mir in Berlin rausgesucht hatte und die ohnehin vielversprechender wirkte. Im Ort standen wieder dieselben Schilder, aber zum Glück kam diesmal keine Schranke. Vor dem See, der etwa 30 × 10 Meter groß ist, gibt es einen kleinen Parkplatz, auf dem vielleicht 30 Autos und Wohnmobile Platz finden. Perfekt.
Ich parkte und schaute mich erst einmal um. Wie läuft das hier? Wo zieht man sich um, kann man seine Sachen irgendwo ablegen? Das Wasser dampfte bereits. Ich zog mich dann schon im Taxi um und legte nur Bademantel und Badelatschen am Wasser auf eine Bank. Als ich hineinging, war es bereits komplett dunkel. Vielleicht zehn Leute verteilten sich im Wasser – also ausreichend Platz. Das Wasser war angenehm warm, es kommt mit etwa 33 Grad aus dem Boden. Nur die Luft draußen ist deutlich kälter.
Irgendwie war das alles wunderschön. Später am Abend, als ich noch ein Buch las, fing es sogar an zu schneien. Heute Morgen wachte ich dann in einer weißen Wunderwelt auf: richtiger Pulverschnee, nicht dieser Matsch, der in Berlin meist fällt. Und dazu war es nicht einmal glatt. Nach dem Frühstück ging es natürlich wieder ins Wasser. Dabei kann man wunderbar die Zeit vergessen und genießen. Nur das Rauskommen ist extrem – wie ein Eisbad nach der Sauna, nur dass man hier einfach den Bademantel anzieht und zitternd zurück zum Taxi läuft. Zum Glück ist es darin warm.
Ich muss dazu sagen, dass ich die letzten Plusgrade vor Tagen das letzte Mal gespürt habe. Heute Nacht sollen es nur minus sieben Grad werden und in der Silvesternacht minus neun. Ich bin gespannt, wie das dann in der Quelle sein wird.
Nach dem Bad packte ich meine Sachen, befreite die Solaranlage vom Schnee, damit sie arbeiten kann (ein weiterer Artikel zu den technischen Sachen kommt die Tage), und machte mich zu Fuß auf den Weg. Im Nachbardorf sollte es einen Wasserfall geben – und ein bisschen Bewegung tut mir ganz gut. Im Ort sah ich dann etwas, das mich beruhigte: Die Hauptstraßen waren perfekt geräumt. Ich hatte schon befürchtet, 700 Kilometer mit Schneeketten fahren zu müssen.
In der Nähe des Wasserfalls fand ich noch einen Supermarkt. Da ich nicht weiß, ob hier die Läden die nächsten Tage geöffnet haben, kaufte ich ein paar Vorräte. Leider gab es keinen Jack Daniel’s Cola, dafür aber Bier für morgen Abend – Mitternacht in der Quelle.
Vor Ort entdeckte ich zuerst einen Bücherschrank und dann, dass ein anderer Wanderweg zurück zu Basecamp führt. Die Zeitangabe von 45 Minuten klang okay, also ging ich los. Erst ging es fast auf einen Bergrücken hinauf, dann weiter durch den Wald. Das Einzige, was man hörte, waren die Schritte im Schnee und der Wind in den Bäumen. Dazu ein wunderbarer Blick auf die Berge.
Um zu beschreiben, was mich hier umgibt: Östlich von mir liegt ein großer Stausee. Nördlich die Hohe Tatra mit Gipfeln um die 2600 Meter, südlich Berge um die 2000 Meter. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich verraten soll, wo genau die Quelle ist – nicht, dass sie wie so viele Orte in den letzten Jahren überrannt wird und am Ende geschlossen werden muss. Was denkt ihr?
Aber zurück zum heutigen Tag: Als ich wieder zurück war, genoss ich natürlich ein weiteres Bad. Danach machte ich es mir ruhig und las weiter in einem Buch aus meiner kleinen Bibliothek, bis ich gegen 18 Uhr noch einmal für etwa 30 Minuten ins Wasser ging. Diesmal schaute zu Beginn der Mond zwischen den Wolken hervor und machte die Szene mit den Dampfwolken noch intensiver. Am Ende schneite es wieder – man sitzt im warmen Wasser und Schneeflocken fliegen einem ins Gesicht.
Morgen werde ich noch eine Wanderung zur höchstgelegenen Burg der Slowakei machen und weiß nicht, ob ich danach morgen noch berichten werde. Falls nicht:
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch, feiert schön – wir lesen und sehen uns im neuen Jahr!
šťastlivý Nový rok gott nytt år een fijne jaarwisseling