Eine Anzeige, ein Anruf, eine Entscheidung
Gebaut wurde das Taxi im Jahr 2014.
Es hat einen 2,2-Liter-Motor – ich denke, das war eine Vernunftentscheidung. Klar, in den sechs Monaten, in denen ich gesucht habe, habe ich mir auch V6-Modelle angeschaut. Aber wirklich Sinn macht das im Bus nicht. Zumal der V6 schwerer ist und es ihn nicht als Allrad gibt.
Seine Kindertage verbrachte das Taxi in Hamburg – als Großraumtaxi im Stadtverkehr. Danach hatte es das Glück, zu einem Taxiunternehmer ins Bergische Land zu kommen. Damit waren die Zeiten des reinen Stadtverkehrs vorbei.
Dann kam „das böse C“ – und der Besitzer musste sein Geschäft aufgeben. Dadurch landete das Fahrzeug bei einem Händler südlich von Berlin.
Als ich es fand, fuhr ich gemeinsam mit meinem Vater nach Ludwigsfelde. Das waren die Bilder aus der Anzeige …










Gemeinsam schauten wir uns das Fahrzeug an. Klar – die Batterie war tot. Eine kleine Probefahrt konnten wir immerhin auf dem Gelände machen. Alles funktionierte und insgesamt machte es einen guten Eindruck.
Danach ging es wieder nach Hause zum Überlegen. Interessanterweise war in den Unterlagen noch der Vorbesitzer zu finden. Bei meinen Eltern im Sessel suchte ich im Internet nach seinem Namen – und fand tatsächlich eine Handynummer.
Was sollte im schlimmsten Fall passieren? Dass er nicht rangeht.
Ich hatte Glück. Wir telefonierten etwa 15 Minuten und konnten einige Fragen klären. So wurde klar, warum das Auto eine andere Heckklappe hat, welche Reparaturen gemacht wurden – und dass der Kilometerstand stimmt.
Dann ging alles ganz schnell: Mit mehreren Karten hoben wir über den Tag verteilt das Geld ab. Anschließend ging es mit dem gesamten Kaufpreis in bar wieder nach Ludwigsfelde. Ein ziemlich seltsames Gefühl, so viel Geld bei sich zu haben.
Da an diesem Tag keine roten Nummern verfügbar waren, kam das Fahrzeug erst am nächsten Tag zu meinen Eltern.

Dort verbrachte es noch einige Tage, bevor ich endlich damit losfahren konnte.